Faktencheck

Privatrente oder Auszahlplan? Vor- und Nachteile der Produktvarianten

Versicherer und Banken kämpfen um Marktanteile. Oft geht es beim Zusatzeinkommen um die Entscheidung: Rente oder Auszahlplan? Bei Banken gibt es mehr, die Versicherer zahlen dafür lebenslang. Ein Faktenüberblick.

Auszahlpläne sind das Konkurrenzprodukt zur Sofortrente gegen Einmalbeitrag. Beide Produktvarianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Beim Auszahlplan gibt es Geld für einen bestimmten Zeitraum. Der Kunde legt einmalig Geld zu einem festen Zinssatz für eine feste Laufzeit bei der Bank an. Diese überweist daraus regelmäßig feste Raten, bis das Geld am Ende der Laufzeit aufgebraucht ist.

Pokern auf ein langes Leben

Bei der Sofortrente erhält man lebenslang eine Rente. Die beginnt unmittelbar, nachdem der Einzahler einen Einmalbetrag beim Versicherer überwiesen hat. Die Rentenleistung besteht aus einem garantierten Teil und einem unsicheren Teil aus Überschüssen.

Wer glaubt, alt zu werden, sollte also zur Versicherung. Nun lassen sich die Gesellschaften die Langlebigkeit allerdings teuer bezahlen. Bei 50.000 Euro Ausgangsbetrag werden bei Spitzenunternehmen lediglich rund 170 Euro im Monat garantiert. Bei den Banken gibt es mehr – aber bei den derzeitigen Magerzinsen sind die Summen auch nicht berauschend.

Bei der Bank müssen für die Zinsen Steuern bezahlt werden. Bei der Privatrente muss dagegen nur der Ertragsanteil versteuert werden. Das ist günstiger. Man kann indes bei beiden Anlagen mehr Risiko eingehen, wenn man diese mit Fonds unterlegt.

So wird die Sofortrente lukrativ

  • Sofortrente mit einer kurzen Aufschubzeit zum Beispiel von fünf Jahre rentiert sich mehr.
  • Teile Ihrer Einzahlung können Sie als Kapitalauszahlung vereinbaren.
  • Sofortrente auf Fondsbasis ist oft rentabler, aber auch kostenintensiver.
  • Gewinnbeteiligung schwankt.

Vorteile eines Auszahlplans

  • Mit dem Auszahlplan kann man genau den Rückfluss kalkulieren.
  • Stirbt der Sparer, so lässt sich das Restkapital vererben. Die Privatrente hingegen zahlt zwar lebenslang. Die Erben gehen allerdings leer aus, wenn keine Garantiezeit vereinbart wurde.

Fazit: Beide Anlagen sind geeignet für Sparer, die kein großes Risiko eingehen möchten. Aufgrund der momentanen Niedrigzinsen sind die Ergebnisse aber bei beiden Anlageformen eher mäßig einzuschätzen.

Bei der Sofortrente ist es letztlich eine Wette: Nur wer lange lebt und lange Rente kassiert, macht das Geschäft. „Wer mit 65 eine Sofortrente abschließt und nur 80 wird, hätte bei fast allen Anbietern sein Geld verbrannt“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten (BdV). Bei der Bank wiederum bindet man sich für eine lange Zeit. Eine Zeit, in der sich bessere Alternativen fürs Geldanlegen ergeben könnten.

Das sollten Sie bedenken

Bei der Sofortrente muss man auf ein langes Leben pokern. Nur dann ist diese Anlageform lukrativ. Wer zum Renteneintritt eine Sofortrente abschließt, muss über 80 Jahre alt werden, bis er in den Gewinnbereich kommt. Beim Auszahlplan hört der Geldsegen dafür nach einer bestimmten Zeit auf. Im Vergleich zur Sofortrente bieten Bankpläne auch keine Möglichkeit, die Auszahlungen durch Überschüsse zu steigern.

Bankpläne können mit Fonds unterlegt werden, was die Gewinnchance erhöht. Außerdem können Anleger die Höhe der Auszahlungen und deren Intervalle selbst festlegen. Auch ist die Rendite höher als bei der Sofortrente. Dafür zahlt die dynamische Sofortrente lebenslänglich und wird jährlich erhöht. Zudem überzeugt sie mit einem Steuervorteil, weil nur der Ertragsanteil versteuert wird.

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