Kapital im Alter

Privatrente oder Auszahlungsplan?

Wer neben der Versorgungsrente Kapital im Alter hat, kann dies in eine Sofortrente oder einen Bank-Auszahlungsplan investieren, wenn Sicherheit an erster Stelle steht. Die Vor- und Nachteile erfahren Sie hier.

Bei der Sofortrente gibt der Arzt sein Erspartes der Versicherung, die überweist ihm ohne vorherige Gesundheitsprüfung lebenslang eine monatliche Rente. Frauen müssen dabei wegen ihrer längeren Lebenserwartung entweder mehr einzahlen oder eine etwa zehn Prozent niedrigere Rente als Männer akzeptieren. Zudem kann der Arzt eine Rentengarantie für die Familie einbauen (meist fünf oder zehn Jahre).

Im Prinzip handelt es sich hier um eine Art Wette: Wer lange lebt und lange Rente kassiert, macht das Geschäft. Umgekehrt ist der Lebensversicherer am Zug, wenn der Kunde früh stirbt. Die Höhe der lebenslangen Rente hängt dabei im Wesentlichen von der eingezahlten Summe, dem Geschlecht und dem Alter ab. Neben Steuervorteilen ergänzt eine Überschussbeteiligung die garantierte Rentenleistung. Die Höhe der Überschussbeteiligung ist nicht garantiert und kann sich auch nach Rentenbeginn ändern.

Kapitalstarke Versicherer mit guter Bonität können dynamische Renten, bei denen die Auszahlung kontinuierlich steigt, besser bedienen „Wir raten generell zu dynamischen Renten“, sagt Versicherungsberater Karl-Heinz Wedemann aus Hamburg, „denn dieses Modell ist besser als die konstante Rente, deren Kaufkraft durch die Inflation abnimmt!“ Wichtig: Bei der volldynamischen Rente darf der Versicherer eine einmal erreichte Höhe nicht unterschreiten. Im Gegensatz dazu sind Kürzungen bei der konstanten und teildynamischen Rente durchaus möglich.

Steuervorteile winken. Steuerlich hat die Verrentung gegenüber Bankauszahlplänen Vorteile. Bei der Altersrente muss nur der Ertragsanteil versteuert werden – das sind 18 Prozent bei Rente ab dem 65. Geburtstag. Von 1.000 Euro Rente sind also nur 180 Euro zu versteuern (bei einem angenommenen Steuersatz von 30 Prozent fließen nur 54 Euro ans Finanzamt). Dagegen müssen Bank- und Fondsanleger durch die Abgeltungssteuer von 25 Prozent weitere Renditeeinbußen hinnehmen.

Auszahlpläne sind eine Alternative. Es gibt sie mit und ohne Kapitalverzehr. Vorteil: Man kann exakter planen. Das Vermögen bleibt immer erhalten und kann im Todesfall weitervererbt werden. Nachteil: Auszahlungspläne sind in der Regel unkündbar und das ausbezahlt Geld muss voll versteuert werden. Wer sehr alt wird, muss damit rechnen, dass das Kapital nach dem Anlagezeitraum aufgebraucht ist.

Wer die Auszahlungen rentabler möchte, kann einen Fondsplan nehmen. Er ist auch flexibler. Hier stellt sich aber die Frage: Setzt man auf die risikolose Anlage oder nimmt man auch etwas Aktien herein? Experten raten zur Kombination von Renten- und Aktienfonds – ersterer dient als sicherer Sockelbetrag, der zweite Block (höchstens zehn bis 20 Prozent Anteil) als Zugabe. Natürlich liegt hier das Risiko beim Anleger. Es stehen sich also die beiden Pole gegenüber: Sicherheit oder mehr Rendite?

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