Lohnkosten

Pro Helferin etwa 4.000 Euro jährlich sparen

Löhne sind lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Deswegen müssen Sie aber nicht mehr Abgaben zahlen, als unbedingt nötig. Unser Autor nennt Möglichkeiten, die Ihnen und Ihrem Personal sparen helfen.

Lohnkosten-Optimierung hilft Arbeitgebern und Mitarbeitern gleichermaßen: Der Praxisinhaber spart durch den Einsatz von steuerbegünstigten oder -befreiten Bar- oder Sachlohnleistungen im Saldo Personalkosten. Das können etwa Waren- oder Dienstleistungsgutscheine sein, aber auch Kindergartenzuschüsse, Erholungsbeihilfen oder etwa Fahrtkostenersatz.

Für die Arbeitnehmer erhöht sich gleichzeitig bei letztlich geringeren Kosten das Nettoentgelt. Ein willkommener und regelmäßig gern angenommener Geldvorteil. Zwar kann nicht jede Praxis jede Optimierungsmöglichkeit nutzen, doch führen in der Regel bereits wenige Bausteine zu einer optimalen Verzahnung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen. Ein klassischer Zahnradeffekt, der Geld spart und langfristig sogar für eine tiefere Identifikation des Mitarbeiters mit der Praxis sorgt.

Einsparen lassen sich durch solch steuerbegünstigte Bar- oder Sachlohnleistungen insbesondere Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Das führt – sozial denkenden und handelnden Arbeitgebern fällt dies gleich als vermeintlicher Nachteil auf – wegen der Absenkung des beitragspflichtigen Entgelts vordergründig zwar zu geminderter sozialer Absicherung in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Doch wenn die begünstigte Kraft verantwortlich handelt und etwa 30 bis 50 Prozent der eingesparten Beiträge in eine zusätzliche steuer- und sozialversicherungsfreie betriebliche Altersvorsorge fließen, ist die hieraus später zu erwartende Rente deutlich höher, als die Rente, die mit den nicht eingesparten Beiträgen aus der gesetzlichen Rentenversicherung später zu erwarten wäre.

Traditionell lassen sich solche Optimierungen am Leichtesten bei Neueinstellungen organisieren. Dann ist noch nichts vereinbart und muss also auch nichts nachträglich geändert werden. Und dann ist auch der Argwohn geringer, der immer dann aufkommt, wenn eingefahrene Gleise plötzlich verlassen werden und die Mitarbeiter begreifen sollen, dass es nicht um einseitige Interessen des Arbeitgebers geht, sondern dass gerade auch der Arbeitnehmer Vorteile aus der Änderung zu erwarten hat. Allerdings lassen sich – freilich mit höherem Argumentationsaufwand – auch bei bestehenden Beschäftigungsverhältnissen die Personalkosten durch gezielte „Gehaltsumwandlung“ senken, indem vertraglich steuer- und sozialversicherungspflichtiger Bruttolohn in begünstigte Lohnbestandteile umgewandelt wird. Dabei ist allerdings zu beachten, dass eine Reihe von Vergütungsbestandteilen nur dann steuer- und sozialversicherungsfrei ist, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (etwa Kindergartenzuschüsse).

Und: Vergessen Sie nicht, die nächste Gehaltserhöhung kommt bestimmt! Auch da gilt es letztlich, mehr oder weniger berechtigte Mitarbeitererwartungen möglichst günstig zu erfüllen. Steuer- und sozialversicherungsfreie Lohnbestandteile erlauben da schnell, reale Lohnerhöhungen bei tatsächlich nur geringen Zusatzkosten anzubieten.

 

A&W-BEISPIELRECHNUNG

Eine ledige Helferin …
… fordert bei ihrer Bewerbung 1.850 Euro brutto. Das entspricht einem Nettogehalt von rund 1.260 Euro. Da der Arbeitgeber zusätzlich den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, bestimmte Umlagen zur Sozialversicherung und Beiträge zur Unfallversicherung zu zahlen hat, kostet ihn diese Kraft monatlich rund 2.280 Euro. Durch verschiedene Vergütungselemente (40 Euro für einen Rückenkurs, 50 Euro Fahrtkostenzuschuss, 44 Euro Tankgutschein, 16 Euro Mankogeldentschädigung und 100 Euro Beiträge zu einer betrieblichen Direktversicherung) lassen sich diese monatlichen Kosten um rund 330 Euro mindern, obwohl die Helferin im Saldo Ergebnis dennoch die gleiche Nettovergütung in Höhe von 1.260 Euro (Bar- und Sachlohn sowie Ansprüche auf Altersversorgung) erhält.

 

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