Forderungsmanagement

Honorarforderungen: Prophylaxe statt Nachverfolgung

Werden Honorarforderungen länger nicht nachverfolgt, summieren sie sich schnell auf. Das kostet unnötiges Geld, das Sie sparen können, wenn Sie folgende Empfehlungen  befolgen.

Ungeachtet des eigenen finanziellen Vorschusses und der sich daraus ergebenden Liquiditätsprobleme ist jede ausstehende Forderung ein tatsächlicher finanzieller Verlust, wie folgendes Beispiel verdeutlicht: Bei 10.000 Euro Umsatz mit einer sich hieraus ergebenden Rendite von zehn Prozent beträgt der entsprechende Gewinn 1.000 Euro. Unterstellt man einen Forderungsausfall von fünf Prozent, macht der Gewinn nur noch 500 Euro aus. Um den Gewinn dann trotz des Forderungsausfalls realisieren zu können, sind 5.000 Euro Mehrumsatz – also 50 Prozent mehr – notwendig.

Dieses Rechenexempel zeigt, wie schnell sich selbst relativ geringe Forderungsausfälle gewinnrelevant auswirken. Praxen können Forderungsausfälle dadurch vermindern, dass sie bereits im Vorfeld wesentliche Punkte berücksichtigen:

  • Hilfreich ist die Kreditprüfung vor größeren Behandlungen. Hierbei kann auf verschiedene Informationsdienstleister zurückgegriffen werden. Deren Bonitätsauskünfte gibt es bereits ab rund 20 Euro.
  • Oft vernachlässigt: das richtige Erfassen von Patientendaten. Hierbei ist wichtig, dass Patienten korrekt bezeichnet werden. So verhindern Sie spätere Recherchen, sollte es tatsächlich zur Einleitung eines Mahnverfahrens kommen. Überprüfen Sie die Adressdaten regelmäßig. Jeder seriöse Mensch wird für entsprechende Nachfragen Verständnis haben.
  • Seien Sie beim Einräumen von Zahlungszielen zurückhaltend. Sie haben es nicht nötig, Ihre Leistungen mit überzogen grosszügigen oder branchenunüblich langen Zahlungszielen zu verkaufen. Überlegen Sie sich vielmehr, ob Sie nicht Anreize bieten können, möglichst rasch zu zahlen (Skonto).
  • Sorgen Sie dafür, dass Rechnungen zügig erstellt werden. Wenn Sie Ihre Leistung erbracht haben, zögern Sie nicht damit, Ihre Forderungen auch in Rechnung zu stellen. Achten Sie dabei auf Genauigkeit der Forderung.
  • Stellen Sie sicher, dass Zahlungstermine und Zahlungsbeträge genau überwacht werden. Stellen Sie eine regelmäßige Buchhaltung sicher. Bedenken Sie immer, dass Ihr Patient von Ihnen ja auch eine pünktliche Behandlung erwartet, Sie können daher auch die Einhaltung der Zahlungsfristen verlangen.

A&W-TIPP

Organisation des Mahnwesens
Laut Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen gerät ein Schuldner auch ohne Mahnung 30 Tage nach Rechnungserhalt in Verzug. Ab dann wäre bereits eine gerichtliche Geltendmachung der Forderung möglich. Um den Zahlungsanspruch vernünftig zu realisieren, sollte in der Regel eine Mahnung verschickt werden. Sicherheitshalber zu diesem Zeitpunkt noch mal überprüfen, ob alle Formalitäten eingehalten und die in Rechnung gestellten Leistungen auch tatsächlich ordnungsgemäß erbracht wurden.

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