Honorare mit Verspätung einfordern

Rechnung an Privatpatienten vergessen? Verjährung läuft nicht!

Das Wartezimmer ist voll, Mediziner und Mitarbeiter schieben Überstunden, da bleibt der Papierkram auch mal länger liegen. Vor allem Rechnungen an Privatpatienten gehen in diesem Trubel gerne mal unter. Manchmal bemerken Ärztinnen und Ärzte erst Monate oder gar Jahre später, dass einzelne Rechnungen an Privatpatienten bzw. Selbstzahler nicht gestellt wurden. Kein Grund, die Forderung sofort abzuschreiben!

Taucht nach Monaten oder Jahren bei Durchsicht der Akten auf, dass Rechnungen vergessen wurden, ist das ärgerlich, muss aber noch lange nicht in einem finanziellen Verlust enden. Tatsächlich können Ärzte die ausstehenden Zahlungen sehr lange einfordern.

Eigentlich beträgt die Verjährungsfrist für Arzthonorare drei Jahre. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres zu laufen, in dem der Anspruch entstanden ist. Voraussetzung für den Start der Verjährung ist allerdings die Fälligkeit des Anspruchs. Fällig wird die Zahlung aber nicht mit dem Ende der Behandlung, sondern mit dem Ausstellen der dazugehörigen Rechnung. Das bedeutet: Ohne Rechnung auch keine Verjährung!

Das sieht auch der Gesetzgeber so: Ein Arzt, der eine Behandlung vom Frühjahr 2014 erst vier Jahre später in Rechnung stellte, bekam jedenfalls Recht. Erst als die Rechnung zugestellt wurde, sei der Honoraranspruch fällig geworden. Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt somit erst Ende 2018 zu laufen, der Patient kann die Zahlung somit nicht verweigern.

Eine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, innerhalb welcher Frist Rechnungen gestellt werden müssen, existiert nicht. Aber vorsicht: Fordert der Patient den Arzt von sich aus und mit Fristsetzung in den ersten drei Jahren nach Behandlung zur Rechnungsstellung auf, sollte man dem besser nachkommen. Reagieren Arzt oder Ärztin nicht auf diese Aufforderung, kann eine sogennante Verwirkung eintreten. Dass die Forderung danach noch geltend gemacht werden kann, ist eher unwahrscheinlich.

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