Nicht in Verzug geraten

Rechnung zu spät bezahlt? Das kann teuer werden

Manchmal vergisst man eine Rechnung einfach. Oder man beruft sich auf das Zahlungsziel von 30 Tagen. Aber nicht immer gilt diese Regelung bei Rechnungen. Ab wann genau tritt der Verzug ein?

(dpa/tmn) Wer seine Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt, muss mit zusätzlichen Kosten wie Mahngebühren rechnen. Und die können zum Teil ganz schön happig sein. Bei Geldforderungen tritt dem Gesetz zufolge der Verzug automatisch 30 Tage nach Rechnungserhalt ein. Auf diese Regel müssen Verbraucher aber vorher hingewiesen worden sein.

Ist ein konkretes Datum im abgeschlossenen Kauf- oder Service-Vertrag genannt, müssen Verbraucher die Rechnung bis dahin auch bezahlen, wie Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt. Wer das nicht tut, gerät in Verzug.

Unnötige Extra-Kosten vermeiden

Sobald man in Verzug gerät, muss man zum Beispiel Verzugszinsen zahlen. In der Regel bekommen Verbraucher aber eine Erinnerung, ohne sofort Zinsen zahlen zu müssen. Wer eine Rechnung über Mahngebühren erhält, sollte sich diese noch einmal genauer anschauen. «Es dürfen nur Kosten für Material und Porto in Rechnung gestellt werden», erläutert Schaarschmidt.

Beauftragt ein Unternehmen ein Inkassounternehmen mit dem Eintreiben der Forderungen, entstehen gegebenenfalls Kosten, die der Verbraucher übernehmen muss. «Allerdings ist nicht jeder Betrag gerechtfertigt», erklärt Schaarschmidt. Das Inkassounternehmen dürfe nur verlangen, was ein Rechtsanwalt für die Mahnarbeit verlangen dürfte. Dessen Sätze sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgelegt.

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