Arzt6. Fristen setzen und auf Kosten hinweisen

Spätestens die 3. Mahnung sollte laut Drumann eine Frist enthalten „bis zum …. bei uns eingehend“ und die Ankündigung, dass die Rechnung nach Fristablauf an ein Inkassounternehmen oder an einen Anwalt abgegeben wird. Der Patient sollte außerdem darüber informiert werden, dass er die Kosten, die er verursacht, ebenfalls zu zahlen hat (Verzugsschaden). Sollte ein Patient bereits in Zahlungsverzug sein, können auch noch Mahnkosten berechnet werden. Von vielen Gerichten werden ohne Nachweis Pauschalen zwischen 1,00 € und 5,00 € pro Mahnschreiben akzeptiert.Ebenso können Verzugszinsen verlangt werden. Üblich sind fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz von -0,88 %, also 4,12 % (Stand 01.01.2017).

7. Protokoll bei persönlichen Gesprächen

Möchten Ärzte es zunächst auf die „sanfte Tour“ probieren und den Patienten nur telefonisch oder persönlich an die fällige Rechnung erinnern, so ist es wichtig, anschließend immer ein Gesprächsprotokoll zu verfassen. Idealerweise sollte der Patient es unterzeichnen. Theoretisch gilt nämlich auch die mündliche Erinnerung als gültige Mahnung. Allerdings nur, wenn sie sich nachweisen lässt.

8. Wenn die Mahnung nicht wirkt

… dann bleibt dem Praxisinhaber laut Drumann noch der Versuch, mit Hilfe eines Anwalts oder eines Inkassounternehmens eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Häufig lässt sich ein Gerichtsverfahren mit professioneller Hilfe durch einen Anwalt oder ein Inkassounternehmen vermeiden und die Kosten dieser Hilfe zählen in der Regel zum Verzugsschaden, so dass sie vom Schuldner zu tragen sind. Wenn die Forderungen jedoch auch durch solche Rechtsdienstleister nicht außergerichtlich realisiert werden konnten, bleibt nur noch der Gang vor Gericht.

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