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Dürfen Ärzte gegen ihren Willen versetzt werden?


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Immer mehr Ärzte arbeiten bei überregional tätigen Klinikketten oder MVZ. Das kann zu unerwarteten arbeitsrechtlichen Problemen führen.

Nach langen Jahren als Arbeitsnomade ist Moritz Strassmann endlich angekommen. Seit drei Jahren arbeitet er als Orthopäde in einem MVZ vor den Toren Münchens. Er hat eine Wohnung gekauft, seine Kinder gehen hier zu Schule, seine Partnerin hat einen festen Job in der Innenstadt.

Das Idyll endet abrupt, als den verdutzten Facharzt ein Schreiben der deutschlandweit tätigen Trägergesellschaft des MVZ erreicht. Bis auf Weiteres soll er in der Dependance in Düsseldorf arbeiten – dort habe man derzeit den deutlich höheren Bedarf an orthopädischer Expertise als am Standort München.

Schöne neue Welt?

Fälle wie diese gibt es in Zeiten überregional agierender Klinikketten und Medizindienstleister immer öfter. Doch dürfen Arbeitgeber einen Mitarbeiter tatsächlich ohne Weiteres von einem Standort zum nächsten transferieren? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Immerhin: Im Fall von Moritz Strassmann hat sich das Problem von selbst erledigt: Eine Kollegin plante aus privaten Gründen ohnehin einen Umzug ins Rheinland. Sie übernahm daher nur zu gerne den Dienst am Standort Düsseldorf, während Strassmann als Orthopäde in München bleiben durfte.