So bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen

Rechtsschutzversicherung: Warum Ärzte keine Standard-Police wählen sollten

Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand? Vielleicht. Doch das ändert nichts daran, dass Rechtsbeistand und Gerichte bezahlt werden müssen – auch, wenn man zu Unrecht vor den Kadi gezerrt wird. Niedergelassene haben Möglichkeiten, ihr Risiko zu mindern.

Recht haben und Recht bekommen ist oft zweierlei. Egal, ob die Kassenärztliche Vereinigung verlangt, man möge sich zeitnah zur Überschreitung des Richtgrößenvolumens äußern, ein Patient dem Arzt einen Behandlungsfehler vorwirft oder die unzuverlässige Helferin gegen ihre Kündigung klagt: Die juristischen Fallstricke für niedergelassene Ärzte sind vielfältig – und guter Rat oft teuer.

Viele Mediziner überlegen daher eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, die die Anwalts- und Verfahrenskosten übernimmt. Rundum sorglos machen aber nicht alle Produkte – vor allem nicht, wenn sich Mediziner an herkömmliche Policen für jedermann halten. Die nämlich decken in der Regel nur bestimmte Rechtsgebiete ab: Am verbreitetsten ist die Kombination aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrecht. Weitere Rechtsgebiete lassen sich dazu buchen.

Riskante Flexibilität

Diese Möglichkeit birgt nicht nur Vorteile. So schön eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf den eigenen Versicherungsschutz ist: Die Gefahr, dass durch das modulare System Lücken im Schutz entstehen, ist hoch. Abgesehen davon werden die meisten Allerweltsprodukte unter den Rechtsschutzversicherungen den besonderen Bedürfnissen von Ärzten nur begrenzt gerecht. Für Niedergelassene kann es daher sinnvoll sein, maßgeschneiderte Arzt-Rechtsschutzpolicen abzuschließen.  Sie enthalten, je nach Anbieter, auch einen  Berufsvertrags- und Regress-Rechtsschutz.

Vergleich macht reich

Generell lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte der Rechtsschutzversicherung. Sowohl bei den Prämien als auch bei den Bedingungen gibt es Unterschiede. Ärzte, die nicht in einer Einzelpraxis, sondern zusammen mit Kollegen arbeiten, sollten zudem festlegen, wer offiziell als Versicherungsnehmer auftritt.  Nur bei ihm umfasst die Police neben dem beruflichen auch den Privatrechtsschutz. Die übrigen Kollegen müssen den privaten Bereich – so gewünscht – zusätzlich absichern.

Ebenfalls zu klären ist, ob die Assekuranz auch zahlt, wenn es zu Streit zwischen den Partnern der Gemeinschaftspraxis kommt. Solche Auseinandersetzungen sind bei den meisten Anbietern nicht automatisch mitversichert.

A&W-Kompakt
Erst klagen, dann leiden?
Viele Anbieter offerieren inzwischen auch Forderungs- oder Inkassorechts-, Steuerrechts-, Datenrechts- oder Internetrechtsschutz. Da die Risiken hier meist überschaubar sind, sind solche Zusatzleistungen kein Muss, zumal sie die Beiträge schnell in die Höhe treiben. Weiteres Manko: Wer zu häufig in Rechtsstreits verwickelt ist, muss damit rechnen, dass der Versicherer ihm kündigt. Eine neue Police gibt es dann meist nur zu schlechteren Konditionen. Wenn überhaupt.

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