Unattraktive Finanzprodukte

Rentenversicherungen: Experten warnen vor „grünen“ Labels

Zurzeit versucht die findige Versicherungsbranche für besonders unattraktive Finanzprodukte neue Interessenten zu finden. Dafür werden zum Beispiel private Rentenversicherungen mit angeblich „grünen“ Labels versehen. Doch Finanzexperten warnen davor, in solche Angebote zu investieren.

Es hört sich so schön an, denn man tut auch noch was fürs Gewissen: Immer mehr Anbieter offerieren zurzeit „nachhaltige“ Rentenversicherungen, bei denen sie das Geld nach ethischen und ökologischen Kriterien investieren. Doch ob nun grüner Anstrich oder nicht: Private Rentenversicherungen sind in der Regel teuer und unflexibel, wie die Verbraucherzentrale Hamburg unlängst nochmal betonte.

Allein die Abschluss- und Verwaltungskosten gelten als horrend – und bei einem Ausstieg während der langen Laufzeit sackt die mickrige Rendite sogar noch ins Minus. Das Analysehaus Morgen & Morgen hatte festgestellt, dass Neukunden heute selbst bei einer klassischen Rentenpolice im Durchschnitt 23 Jahre sparen müssen, um im Plus zu landen.

Aber es geht noch schlechter, denn bei fondsgebundenen Verträgen kommen zusätzlich Fondskosten hinzu sowie das Risiko, Verluste durch Kursschwankungen zu erleiden. Deshalb warnt die Verbraucherzentrale ausdrücklich davor, private Rentenversicherungen abzuschließen. Doch die findige Versicherungsbranche wirbt nun mit einem neuen zweifelhaft grünen Anstrich um ihre unattraktiven Produkte. Auf Finanzprodukten kleben auf einmal Sticker wie „nachhaltig“, „öko“ oder „klimafreundlich“.

Da diese Attribute aber keinerlei gesetzlichem Schutz unterliegen, darf sich jeder selbst mit Titeln überhäufen. Sogenannte nachhaltige Rentenversicherungen versprechen, kein Geld in Rüstung, Atomkraft oder etwa Kinderarbeit zu stecken. Andere Finanzanbieter erklären, gezielt in Windkraft oder Solarenergie zu investieren. Leider halten aber nicht alle Angebote, was sie hinsichtlich der Nachhaltigkeit versprechen.

Bei solchen „grünen“ fondsgebundenen Angeboten gibt es übrigens zwei Varianten: Fonds mit und ohne Garantie. Bei letzterer Variante haben Anleger keinen Anspruch auf eine Mindestauszahlung. Der gesamte Sparanteil könnte in ethisch-ökologische Investmentfonds investiert werden. Sollten die schlecht laufen, hat der Versicherte Pech gehabt und es drohen hohe Verluste.

Bei der Variante mit Garantie erhält man am Ende immerhin eine Mindestauszahlung. Hier wird nur das Geld in nachhaltige Fonds investiert, das nicht für die Auszahlung der garantierten Summe benötigt wird. Dieser Anteil fällt mit zirka fünf bis zehn Prozent allerdings gering aus. Worin die Versicherung den größeren Teil investiert, bleibt ein Geheimnis.

Thomas Soltau

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