Aktuelle Studie

RWI: Private Kliniken (be)handeln wirtschaftlich und gut

Deutsche Krankenhäuser in privater Trägerschaft sind im Durchschnitt deutlich ertragskräftiger als freigemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Krankenhäuser. Sie nehmen weniger öffentliche Fördermittel in Anspruch und zahlen mehr Steuern als Krankenhäuser in anderer Trägerschaft.

Private Krankenhäuser in Deutschland sind deutlich ertragskräftiger als Kliniken in freigemeinnütziger oder kommunaler Trägerschaft. Im Jahr 2016 waren 94 Prozent der Privaten investitionsfähig und können damit ihre Unternehmenssubstanz nachhaltig erhalten. Bei den kommunalen Kliniken traf das nur auf 66 Prozent, bei den freigemeinnützigen auf 79 Prozent zu.

Zudem nehmen die privaten Kliniken deutlich weniger öffentliche Fördermittel in Anspruch und zahlten im Jahr 2016 mit rund 182 Millionen Euro deutlich mehr Gewinnsteuern als die anderen Träger.

Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Hochschule Fresenius.

Gutes Abschneiden bei Sterblichkeit in privaten Kliniken

Nimmt man die Sterblichkeit als Maß der Behandlungsqualität, schneiden private Kliniken ebenfalls gut ab. Hinsichtlich der Patientenzufriedenheit gibt es keine signifikanten trägerspezifischen Unterschiede. Sie liegt laut Befragungen der Techniker Krankenkasse für alle Träger ähnlich hoch.

Private und freigemeinnützige Träger setzen zwar weniger Pflegevollkräfte je erbrachter Leistungsmenge ein als kommunale Träger. Die ausgewerteten Daten belegen jedoch keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Trägern bezüglich der „Pflege am Bett“. Auch die Ergebnisse zur Patientenzufriedenheit geben keine Hinweise auf Unterschiede. Zudem besteht kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der (standardisierten) Sterblichkeit und der Zahl der eingesetzten Pflegekräfte.

Da private Kliniken Leistungen wie Catering, Reinigung und Labor häufiger auslagern („Outsourcing“), verteilt sich bei ihnen das gesamte Leistungsvolumen auf weniger internes Personal. Unter anderem dadurch haben sie die höchste Arbeitsproduktivität unter allen Trägern. Die Zahl der zu betreuenden Patienten je Vollkraft ist bei privaten Krankenhäusern kaum höher als bei den anderen Trägern.

Marktanteil privater Kliniken ist in vergangenen zehn Jahren gestiegen

Insgesamt haben private Krankenhäuser in den Jahren 2006 bis 2015 ihren Marktanteil erhöht. Bezogen auf die Anzahl der Versorgungskrankenhäuser stieg er um 6,7 Prozentpunkte, bezogen auf die Zahl der Betten um 4,7 Prozentpunkte und bezogen auf die Zahl der Fälle um 4,1 Prozentpunkte. Die Privaten beteiligen sich zudem überdurchschnittlich häufig an der intensivmedizinischen Versorgung.

Die Anzahl ländlicher Krankenhäuser ist bei privaten Trägern gestiegen, während sie bei anderen Trägerschaften rückläufig ist. Im Jahr 2015 befanden sich 38 Prozent der privaten Krankenhäuser im ländlichen Raum. Bei den kommunalen waren es 40 Prozent und bei den freigemeinnützigen 19 Prozent ihrer Krankenhäuser.

Private Kliniken nehmen zwar weniger häufig an der Notfallversorgung teil als andere Trägerschaften. Dieser Befund wird jedoch von den Spezialversorgern bestimmt, die häufiger in privater Trägerschaft betrieben werden. Bei den Grundversorgern zeigen sich hinsichtlich der Beteiligung an der Notfallversorgung keine signifikanten Unterschiede zwischen den Trägerschaften. Auch bezüglich der vorgehaltenen medizinisch-technischen Infrastruktur gemessen an der Zahl der medizinischen Großgeräte sind kaum trägerspezifische Unterschiede festzustellen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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