Steuertipp

Sanierungskosten selbst genutzter Wohngebäude absetzbar

Sanierungskosten selbst genutzter Wohngebäude sind absetzbar. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil entschieden.

Entstehen einem Steuerbürger zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl von Personen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands, so können diese Aufwendungen auf Antrag als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt werden, wenn sie nicht Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben sind.

Darunter fallen zum Beispiel die Aufwendungen für Krankheit, für Behinderung und/oder für die Wiederbeschaffung (auch Schadensbeseitigung) von Gegenständen, die existenziell notwendig sind (R 33.2 EStR).  Dies können Wohnung, Hausrat und Kleidung sein. Von den Aufwendungen abzuziehen sind neben der zumutbaren Belastung auch Ersatzansprüche gegen Dritte und gegebenenfalls andere Vorteile (Wertverbesserungen), die sich aufgrund der Sanierung ergeben.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass Aufwendungen für die Sanierung von selbst genutzten Wohngebäuden als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden können. In den entschiedenen Fällen war eine Sanierung aufgrund Geruchsbelästigung (BFH, Urteil vom 29. März 2012, VI R 21/11; asbesthaltige Faserzementplatten und formaldehydhaltige Spanplatten), Befall mit echtem Hausschwamm (BFH, Urteil vom 29. März 2012, VI R 70/10) und Asbestprodukten im Dach (BFH, Urteil vom 29. März 2012, VI R 47/10) notwendig.

A&W-Kommentar
Die Urteile des Bundesfinanzhofes haben den Anwendungsbereich der außergewöhnlichen Belastungen konkretisiert und ausgeweitet. Die Durchsetzung gegenüber der Finanzverwaltung wird dadurch aussichtsreicher. Voraussetzung für die Anerkennung ist allerdings, dass Betroffene nachweisen können, dass sie sich den Aufwendungen nicht entziehen konnten und dass die Schäden nicht schon beim Erwerb des Objekts vorgelegen haben.

Autor: Bernhard Mayer, Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8894949200 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz

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