Schmerzensgeldansprüche online berechnen

Schmerzensgeld nach Behandlungsfehler durch den Arzt

Fehler sind menschlich, sagt man. Doch wenn es um die Gesundheit geht, sind viele Menschen nicht so nachsichtig. Dennoch kann es dazu kommen, dass einem Arzt ein Fehler unterläuft, der schwere körperliche und psychische Folgen für den Patienten nach sich ziehen kann. In einem solchen Fall fordern die Patienten häufig eine Entschädigung. Ab wann ein Arzt Schmerzensgeld zahlen muss und wie dies verhindert werden kann, klärt der folgende Text.

Unter einem Behandlungsfehler ist eine nicht ordnungsgemäße Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin oder auch einen Angehörigen anderer Heilberufe zu verstehen. Die Behandlung entspricht demnach zu diesem Zeitpunkt nicht den bestehenden allgemein anerkannten medizinischen Standards.  Das bedeutet, dass ein Behandlungsfehler jede ärztliche Tätigkeit betreffen kann. Auch Fehler in den organisatorischen Abläufen oder Behandlungsfehler durch nachgeordnetes oder zuarbeitendes medizinisches Personal können schwere Folgen nach sich ziehen. Zu Situationen, die organisatorische Fehler hervorrufen, zählen vor allem:

  • Ungenügende Absprache und Organisation
  • Dokumentationsmängel
  • Übernahmeverschulden
  • Mängel im Komplikationsmanagement
  • Aufklärungsmängel
  • Hygienemängel
  • Notfallsituationen

Ärzte, denen einer dieser Fehler unterlaufen ist, müssen damit rechnen, dass der Patient Schmerzensgeld einklagt. Das wird vor allem dann verhängt, wenn ein eindeutiges Fehlverhalten des Arztes vorliegt, also ein grober Behandlungsfehler. Der §630h BGB legt genau fest, wann ein solcher grober Behandlungsfehler vorliegt.

So muss sich ein allgemeines Behandlungsrisiko verwirklicht haben, welches für den Arzt voll beherrschbar war und die Schädigung von Leben, Körper oder Gesundheit des Patienten hervorgerufen hat. Sind diese Kriterien erfüllt, ist das Schmerzensgeld Teil der Arzthaftung. Ein Schmerzensgeld folgt beispielsweise, wenn ein Arzt vorliegende Befunde nicht auf nachvollziehbare Weise interpretiert und somit z.B. einen Bruch auf einem Röntgenbild nicht erkennt. Ein Operationsfehler hingegen liegt vor, sobald ein Arzt unverletzte Organe durch einen Eingriff beschädigt.

Das Schmerzensgeld dient der Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion. Dabei müssen diverse Faktoren, wie die Dauer und die Intensität des Schmerzes berücksichtigt werden. Ebenso sind notwendig gewordene Behandlungen und das konkrete Ereignis, welches zum Schaden geführt hat, essentiell, um Anspruch auf Schmerzensgeld zu begründen und einzuklagen.

Ärzte, die dennoch vorab wissen wollen, welches Schmerzensgeld sie erwarten könnte, sollten die sogenannte Schmerzensgeldtabelle zu Rat ziehen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Urteilen, die Richtwerte für zugesprochene Schmerzensgeldsummen geben. Unterschiedlichen Behandlungsfehlern wird in einer Tabelle eine Schadensersatzsumme zugeordnet. Dennoch ist der Einzelfall vor Gericht entscheidend. Die Schmerzensgeldtabelle dient lediglich der Orientierung.

Die Auszahlung des Schmerzensgeldes erfolgt in der Regel als Einmalzahlung. Jedoch sind im Falle von langfristigen Folgeschäden auch Rentenzahlungen möglich. Diese können auch von einer privaten Unfallversicherung gezahlt werden, welche allerdings gesondert abgeschlossen werden muss. Da das Schmerzensgeld wie andere zivilrechtliche Schadensersatzansprüche behandelt wird, ist es auch vererbbar. Verstirbt also ein Patient durch einen Behandlungsfehler, geht der Schadensersatzanspruch auf seine Erben über.

Surftipp zum Thema Schmerzensgeld

Weitere Informationen zum Thema „Schmerzensgeld bei Behandlungs- und Operationsfehlern“ finden Sie hier. Zusätzlich bietet das kostenlose Ratgeberportal www.schmerzensgeldtabelle.net viele weitere Ratgeber, Informationen und Schmerzensgeldtabellen zu Themen wie Anspruchsarten, Schmerzensgeld im Ausland, Allgemeine Anspruchsgrundlagen und vieles mehr.

Über den Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.: Der BvdR. E.V.  ist der Zusammenschluss von Rechtsjournalisten und Rechtsanwälten aus ganz Deutschland, die Rechtsbeiträge zu verschiedensten Themen auf den Portalen arbeitsvertrag.org, scheidung.org, abmahnung.org und rechtsanwaltfachangestellte.org veröffentlichen. Der Verband wurde im August 2015 von dem Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin ins Leben gerufen.  Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche relevanten Rechtsbereiche in Deutschland informieren können. Zudem wird ein deutschlandweites Anwaltsverzeichnis aufgebaut  und gepflegt. Der Verband sieht sich an dieser Stelle ausschließlich als Informationsplattform und bietet daher keine Rechtsberatung an. 

 

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