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Schützen Sie Ihre Praxis vor Einbrüchen und Vandalismus

An sich sind die Zahlen zwar erfreulich. Wie die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, gab es einen starken Rückgang um 10,6 Prozent beim Einbruchdiebstahl. So wurde letztes Jahr in Deutschland rund 87.000 Mal eingebrochen. Trotzdem sind gerade auch Arztpraxen immer wieder ein Ziel von Kriminellen. Wie Sie Ihre hochwertigen Medizingeräte, Computer und Inventar schützen.

In Arztpraxen lagern viele Dinge, die für Kriminelle interessant sind. Das können teure medizinische Geräte, Computer, Bargeld oder auch verschreibungspflichtige Medikamente sein. Damit Sie nicht zum Opfer von Einbrechern werden, Verluste erleiden oder aufgrund von Vandalismus womöglich längere Auszeiten verkraften müssen, empfiehlt es sich, die Praxis im Vorfeld bestmöglich zu schützen und mit technischen Sicherheitsvorkehrungen auszustatten.

Machen Sie Einbrechern das Leben schwer

  • Legen Sie Bargeld immer sofort in eine verschlossene Schublade
  • Häufen Sie keinen großen Kassenbestand an, sondern bringen Sie das Geld regelmäßig zur Bank.
  • Geringe Bargeldbestände sind sinnvoll, eine völlig leere Kasse dagegen nicht. Lassen Sie immer einen bestimmten Geldbetrag, zum Beispiel 200 Euro, darin liegen und stellen Sie die Kasse bei Praxisschluss gut sichtbar im Rezeptionsbereich auf. Oft sucht ein Einbrecher nur das schnelle Geld. Findet er nichts, besteht die Gefahr, dass er wütend das Praxisinventar zerlegt. Ist hingegen etwas Bargeld vorhanden, besteht die Chance, dass er dieses schnell nimmt und wieder geht. Und das ist im Falle eines Einbruches eher zu verschmerzen, als wenn größerer Schaden angerichtet wird und dadurch eventuell tage- oder wochenlang der Praxisbetrieb ausfällt.
  • Beim Verlassen der Praxis sollten alle Türen versperrt, die Fenster geschlossen, Rollläden heruntergelassen werden. Haben Sie eine Alarmanlage? Schalten Sie sie stets ein, auch wenn das etwas aufwändig ist.
  • Sperren Sie nach Praxisschluss auch alle Türen in der Praxis ab. Wenn es für Einbrecher zu mühsam wird, sich von Zimmer zu Zimmer vorzuarbeiten, besteht die Chance, dass sie ihr Vorhaben abbrechen. Denn das Risiko entdeckt zu werden, steigt von Minute zu Minute.
  • Halten Sie guten Kontakt zu Ihren Nachbarn. In einem aufmerksamen Umfeld haben Einbrecher und Diebe weniger Chancen.

Denken Sie vor allem auch an die digitalen Daten

  • Sichern Sie Ihre Daten. Schwerwiegender als der Hardware-Diebstahl ist der damit verbundene Datenverlust. Wichtige Informationen, Dokumente und Kontakte sind meist für immer weg. Zudem können fachkundige Diebe auf Ihre Daten oder die Ihrer Patienten zugreifen und diese missbrauchen. Dementsprechend sollten Sie den Zugriff auf sensible Daten unmöglich machen, indem Sie diese verschlüsseln.
  • Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig auf externen Speicherkarten oder Festplatten und bewahren Sie diese an einem gesonderten Ort auf. Empfehlenswert ist es auch, die Computer fest am Tisch zu montieren und Notebooks nach Feierabend in speziellen Sicherungsschränken aufzubewahren.
  • Kennzeichen Sie Ihre Geräte und Wertgegenstände. Das erleichtert es der Polizei, sie im Ernstfall wiederzufinden. Die Kennzeichnung sollte deutlich sichtbar und dauerhaft sein. Das kann eine individuelle Gerätenummer, das Kfz-Kennzeichen, das Geburtsdatum oder die Initialen des eigenen Namens sein.
  • Erstellen Sie eine Wertsachenliste und halten Sie diese aktuell. Damit haben Sie es wesentlich leichter, bei der Versicherung den Schaden zu melden und für den Verlust entschädigt zu werden.

Technische Sicherung ist wichtig

Neben der Organisation und dem Verhalten ist natürlich auch entscheidend, wie Sie die Praxis selbst schützen. Herkömmliche Fenster und Türen bieten in der Regel keinen mechanischen Einbruchschutz. Meist lassen sie sich mit einfachstem Werkzeug in nur wenigen Sekunden aufhebeln. Gleiches gilt für Rollläden und Rollgitter ohne Hochschiebesicherung.

Beugen Sie vor und rüsten Sie um auf einbruchhemmende Fenster mit abschließbaren Griffen, einbruchhemmende Türen und Tore sowie Rollläden und Rollgitter mit Hochschiebesicherung. Achten Sie auch darauf, dass dunkle und schlecht einsehbare Bereiche ausreichend beleuchtet werden. Setzen Sie hier auf Bewegungsmelder mit Strahlern und stromsparende LED-Lampen.

Überwachungstechnik kann helfen

Auch eine Videoüberwachungsanlage kann Täter abschrecken und im Ernstfall die Ermittlung erleichtern. Bevor Sie eine Videokamera installieren lassen, prüfen Sie, ob das rechtlich zulässig ist. So ist die Videoüberwachung nicht öffentlicher Bereiche ohne Zustimmung der durch die Überwachung betroffenen Personen nicht erlaubt. Zudem müssen Sie auf die Überwachung aufmerksam machen, etwa durch ein Hinweisschild an gut sichtbarer Stelle. Die erhobenen Daten dürfen Sie nicht für andere Zwecke nutzen.

Unglaublich, aber wahr: Ein Einbrecher verklagte einen Hausbesitzer, weil dieser ihn beim Einbruch in sein Haus gefilmt hatte. Der Europäische Gerichtshof gab dem Einbrecher Recht! Die Kamera war auf die Straße gerichtet, so dass der Täter bereits am Gartenzaun gefilmt wurde. Der Hausbesitzer filmte also die Öffentlichkeit und verletzte somit die Persönlichkeitsrechte des Einbrechers.

Informieren Sie sich, welche Sicherheitsvorkehrungen für Ihre Praxis sinnvoll sind. Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen bieten auch kostenlose Hilfe an, Fachleute zeigen Schwachstellen und erklären, wie sich der Einbruchsschutz verbessern lässt. Welche Stelle für Sie zuständig ist, erfahren Sie unter: www.polizeiberatung.de.

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