Zahlungsfähigkeit

Sind Sie liquide? Und ist es Ihre Praxis auch?

Bin ich zahlungsfähig? Kann ich laufende Rechnungen für Versicherungen, Steuer oder Miete in den nächsten Monaten bezahlen? Von der Antwort auf diese Fragen hängt der Fortbestand Ihrer Praxis ab.

Sorgfältige Liquiditätsplanung ist für jeden Niedergelassenen absolutes Muss. Anders als bei der Buchführung, die nur tatsächliche Einnahmen und Ausgaben festhält, stellt die Liquiditätsplanung auch erwartete Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Aus der Differenz ergibt sich dann der monatliche Überschuss (Überdeckung), den Sie zur Verfügung haben, um Ihre Rechnungen zu bezahlen. Womöglich stellt sich aber auch ein Fehlbetrag (Unterdeckung) heraus, den Sie schnellstmöglich beheben sollten.

Überlegen Sie:

■ Welche fixen Kosten fallen an (etwa Miete, Personal)?

■ Wann fallen Zinszahlungen und Tilgung für Kredite an?

■ Bis wann müssen Sie Verbindlichkeiten bei Lieferanten beglichen haben?

■ Wann erhalten Sie von der KV und Ihren Patienten (voraussichtlich) welche (Abschlags)Zahlungen?

■ Welchen Umfang hat Ihr Kontokorrentkredit bei Ihrer Bank?

■ Welche weiteren Kreditspielräume stehen Ihnen zur Verfügung?

■ Welche eigenen Reserven können Sie einbringen, wenn das Geld knapp wird?

Die für die Liquiditätsplanung erforderlichen Zahlen finden Sie:

■ auf dem Girokonto (Höhe Ihres möglichen Überziehungskredits beziehungsweise Kontokorrentkredits);

■ bei den offenen Forderungen, also noch nicht bezahlten Rechnungen und Außenständen Ihrer KV und ihrer Patienten;

■ bei den offenen Verbindlichkeiten, also Ihren noch nicht bezahlten Rechnungen Ihrer Lieferanten sowie

■ bei den Arbeitsverträgen, Mietverträgen, Kreditverträgen, Leasingverträgen (Ihre fixen Kosten).

Sorgen Sie dafür, dass Sie jederzeit über eine „eiserne“ Reserve verfügen können. Diese eigenen flüssigen Mittel sind – zusammen mit Ihrer Kreditlinie bei der Bank – Ihre Liquiditätsreserve. Faustregel: Die Liquiditätsreserve muss wenigstens für drei Monate ausreichen.

Langfristige Kapitalbindungen (Anlagevermögen, Vorräte, ausstehende Forderungen) sollten Sie über langfristige Finanzierungen (Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital) finanzieren. Kurzfristige Verbindlichkeiten können Sie über den Kontokorrentkredit abdecken. Faustformel: Mindestens ein Monatsumsatz ist immer in Forderungen gebunden. Achtung: Mit steigendem Umsatz nimmt auch der Kapitalbedarf für dessen Vorfinanzierung zu.

A&W-KOMPAKT

Ein Großteil …

… aller Insolvenzen junger Unternehmen in den kritischen ersten fünf Jahren geht auf Liquiditätsschwierigkeiten zurück. Ursache: Der Kapitalbedarf in der Gründungsphase war zu niedrig eingeschätzt. Mögliche Hilfen bei Unterdeckung:

■ Massives Eintreiben von Forderungen (etwa mit Inkassounternehmen),

■ Kontokorrentkredite nur kurzfristig und keinesfalls für langfristige Investitionen ausnutzen,

■ Ausgaben/Zahlungen nach Absprache mit den Lieferanten verschieben,

■ Abtretung von Forderungen an Ihr Finanzierungsinstitut,

■ Verkauf von Teilen des Unternehmensvermögens.

Cave: Ohne die Hilfe der Hausbank ist eine Liquiditätskrise normalerweise nicht zu bewältigen!

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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