Wann das Finanzamt sie akzeptiert und wann nicht

Selbst ausgedruckte Kontoauszüge als Beleg

Oft verlangt das Finanzamt Kontoauszüge als Beleg für bestimmte Zahlungen. Viele Ärzte nutzen allerdings in erster Linie Online-Banking und beziehen dann auch ihre Kontoauszüge auf elektronischem Weg. Das kann zum Problem werden. In bestimmten Fällen akzeptiert das Finanzamt aber auch selbst ausgedruckte Belege.

(dpa/tmn) Online-Banking ist ausgesprochen praktisch: Man spart sich Zeit und auch Geld. Vor allem, wer Kontoauszüge nur noch elektronisch abruft, genießt entsprechende Vorteile. Unter anderem fällt dann die Portogebühr für die Zusendung der Ausdrucke weg. Allerdings kann das zum Problem werden, wenn das Finanzamt Zahlungsnachweise verlangt. Hier werden normalerweise nämlich orginale Kontoauszüge von der Bank erwartet.

Doch es gibt Ausnahmen: Privatpersonen dürfen beim Finanzamt als Nachweis auch selbst ausgedruckte Kontoauszüge vorlegen – beispielsweise als Beleg für Spenden oder die Bezahlung von Handwerkern. Dies geht aus Angaben des Bayerischen Landesamts für Steuern hervor.

«Diese Information ist vor allem deshalb wichtig, weil immer mehr Kunden ihre Auszüge von der Bank nur noch elektronisch erhalten beziehungsweise online einsehen können», erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Das bedeutet: Statt der konventionellen Kontoauszüge reichen ausgedruckte Online-Bankauszüge, um bestimmte Ausgaben beim Fiskus nachzuweisen.

Anders ist dies hingegen bei Unternehmern, also auch bei Inhabern von Arztpraxen. Hier reicht der Ausdruck allein nicht aus. Dafür erkennt das Finanzamt elektronische Rechnungen und Kontoauszüge steuerlich an. Doch Unternehmer müssen Kontoauszüge, die in elektronischer Form eingegangenen sind, auch elektronisch aufbewahren. «Die alleinige Aufbewahrung des Papierausdrucks genügt den Aufbewahrungspflichten nicht», sagt Klocke. Die Daten müssen sie also speichern und gegen Verlust absichern. Bei einer Betriebsprüfung müssen Unternehmer die Daten dem Fiskus elektronisch auswertbar zur Verfügung stellen.

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