Sonderantrag beim Finanzamt

Abfindung: Ermäßigter Steuersatz bei Teilzahlungen

Wie viel Steuern MFA oder angestellte Ärzte für eine Abfindung zahlen müssen, hängt unter anderem davon ab, ob sie den Betrag in einem Jahr komplett ausgezahlt bekommen oder nicht. Bei Teilzahlungen über mehrere Jahre können sie allerdings nur teils von einer ermäßigten Besteuerung profitieren.

(dpa/tmn) Erhalten angestellte Ärzte oder andere Praxismitarbeiter nach ihrer Kündigung eine Abfindung, kann diese einer ermäßigten Besteuerung unterliegen. Das gilt zum Beispiel, wenn es durch die Abfindung zu einer Ballung der Einkünfte in einem Jahr kommt, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Bekommt der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin den Betrag hingegen über mehrere Jahre in Teilen ausgezahlt, kann er in der Regel nicht von dem ermäßigten Steuersatz profitieren.

Nur wenige Ausnahmen

Doch es gibt wie so oft auch für diese Regel noch einige Ausnahmen: So kann der ermäßigte Steuersatz doch angewendet werden, wenn beispielsweise der Teilbetrag, den der Praxisinhaber in einem anderen Jahr ausgezahlt hat, nur geringfügig ist. Als Grenze gelten hier 10 Prozent der Hauptleistung. Oder wenn der Arbeitnehmer einen sogenannten planwidrigen Zufluss erhalten hat – die Teilauszahlung also gar nicht offiziell vereinbart gewesen ist. Nöll nennt als Beispiel, wenn Richter nach einem Rechtsstreit einem Arbeitnehmer eine weitere Abfindung zusprechen. In solchen Fällen kann der Betroffene einen sogenannten gesonderten Antrag stellen. Wird dieser genehmigt, bezieht das Finanzamt den nachträglich ausgezahlten Teilbetrag in den Zeitraum der Veranlagung mit ein – dadurch unterliegen beide Teilbeträge dem ermäßigten Steuersatz.

Den Antrag können Arbeitnehmer aber auch stellen, wenn sie die Zahlung  in Teilbeträgen über mehrere Jahre erhalten, weil der Chef versehentlich eine zu niedrige Abfindung gezahlt hatte oder zwischenzeitlich zahlungsunfähig war.

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