Ärztliche Versorgungswerke

Ärztliche Versorgungswerke: Sicher durch die Finanzkrise

Erstaunlich gut schulterten die ärztlichen Versorgungswerke bislang die Finanzkrise.

Früher hat man Wertpapiere gekauft und dann liegen gelassen. Heute ist das ganz anders. Es werden Risikokennzahlen definiert und danach die Vermögensanlagen aktiv gemanagt. Der Aktienanteil, der vor ein paar Jahren noch bei 20 Prozent lag, wurde konsequent heruntergefahren. Einige Versorgungswerke haben nur noch drei bis vier Prozent Aktien. Dafür wurde noch mehr gestreut als bislang – etwa in alternative Investments. So legt zum Beispiel die Bayerische Versorgungskammer rund fünf Prozent über einen Fonds in Infrastruktur (Brücken und Straßen) an.

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) erhielt sogar eine Auszeichnung für ihre Kapitalanlage-Politik von der international renommierten Fachzeitschrift „Investment & Pensions Europe“ (IPE). Auch die ÄVWL erweiterte die Bandbreite in alternative Anlagen wie Infrastruktur, Nutzholz, Immobilien, Rohstoffe und etliche andere Assetklassen. „Dieser Fonds besticht da- durch, dass die Regeln für spezielle Investmentfonds die höchstmögliche Transparenz und Risikosteuerung bei höchstmöglicher Investmentfreiheit erlauben“, so der Geschäftsführer der ÄVWL für die Kapitalanlage, Dr. Andreas Kretschmer.

Die geänderte Anlagestrategie hat wohl auch dazu geführt, dass der interne Rechnungszins von vier Prozent bei den meisten Versorgungswerken gehalten werden konnte. Das bestätigt auch die Arbeitsgemeinschaft berufständischer Versorgungswerke (ABV). Geschäftsführer Peter Hartmann zu A&W: „Auch wenn es vereinzelt Nullrunden für Jetztrentner geben sollte, für die Anwartschaften trifft dies nicht zu. Da werden die vier Prozent eingerechnet.“

Die bescheidene Rentenerhöhung der letzten Jahre ist nicht primär durch rückläufige Kapitalerträge bedingt, sondern durch die längere Lebenserwartung, die gerade bei Ärzten erheblich über dem Durchschnitt liegt (ca. vier Jahre). Deshalb auch der Übergang auf die Rente mit 67! Hartmann: „Natürlich ist der interne Zins von vier Prozent kein Garantiezins. Aber er ist immer noch höher als der Garantiezins der Lebensversicherer, der bei 2,25 Prozent liegt. Auch deren Netto-Kapitalrendite ist mit 3,6 Prozent geringer!“

A&W-KOMPAKT

Aktives Kapitalmanagement …

■ … bringt die ärztlichen Versorgungswerke gut durch die Krise.

■ Die meisten konnten den internen Zins von vier Prozent halten.

■ Die Beitragszahlungen werden steuerlich genau so gefördert wie die „Rüruprente“.

■ Alterspyramide und Arbeitslosigkeit wirkt sich weit weniger aus als bei der Rentenversicherung.

■ Die stark erhöhte Lebenserwartung wird jedoch die Rentendynamisierung abschwächen und die Rente mit 67 erforderlich machen.

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