Was Sie tun können

PKV: Sie haben mehr Rechte als Sie glauben

Nehmen Sie Ihre Rechte wahr: Immer mehr Ärzte klagen über immer höhere PKV-Beiträge. Sparen können Sie, wenn Sie auf einen neuen Tarif umsteigen.

Mit neuen, höheren Prämien müssen Sie zum Jahresende rechnen. Grund: Gesundheitsreform. Wechseln können nur jüngere Kollegen. Sind Sie älter, können Sie zwar im ersten Halbjahr 2009 zu einem anderen Versicherer gehen, dürfen die Altersrückstellung aber nur in Höhe des Basistarifs mitnehmen. Das ist etwa ein Drittel. Es steht dahin, ob sich dann noch die Sache rentiert.

Tarifumstieg lohnt. Meist dürfte für Sie eine andere Strategie erfolgreicher sein. Fast alle PKV-Unternehmen haben neue, modernere Tarife entwickelt, Diese „neuen Tarife“ haben geänderte Leistungsaussagen und neuere Kalkulationsgrundlagen. Entscheidend: Bei gleichem Leistungsniveau sind die Beiträge günstiger. Die PKV-Unternehmen wollen damit neue, möglichst gesunde Kunden gewinnen. Deshalb will man ältere, krankheitsanfälligere Kunden nicht unbedingt in diese Tarife umsteigen lassen. „Dem Versicherten werden die optimalen Tarife selbst auf Anfrage nicht immer genannt, geschweige denn freiwillig angeboten“, heißt es etwa bei der Ratingagentur ,fss-online’, „man ist in der Regel nicht an einer Beitragsreduzierung interessiert.“

Verhandeln Sie: Ihre Versicherung muss genau dies aber ohne erneute Gesundheitsprüfung oder Risikozuschläge wegen des fortgeschrittenen Alters erlauben. Auch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat jetzt in einem aktuellen Urteil die Rechte der Kunden in dieser Sache weiter gestärkt. Denn nach Paragraf 178f Absatz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes können Sie auf einen Tarifwechsel mit gleichartigem Leistungsniveau pochen. Und zwar unter voller Anrechnung der Alterungsrückstellung. Dies kann zwischen 15 und 20 Prozent Beitragsermäßigung ausmachen. Bei einem Jahresbeitrag für zwei Personen in Höhe von 13.000 Euro sind das immerhin 1.950 bis 2.600 Euro.

A&W-KOMPAKT

So können Sie Prämien sparen

■ Umstieg auf gleichartige, neue Tarife: Fordern Sie ein Angebot nach Paragraf 178f, Absatz 1, des Versicherungsvertragsgesetzes.

■ Wechseln Sie auf Tarife mit abgespecktem Leistungsniveau: Die meisten Versicherer haben inzwischen preiswerte Kompakttarife, die sich auf Kernleistungen konzentrieren, etwa mit GOÄ- Begrenzungen.

■ Im ersten Halbjahr 2009 können Sie zu einem anderen Unternehmen, etwa mit Gruppentarif, gehen, wobei die Altersrückstellung in Höhe des Basistarifs mitgegeben wird.

■ Neuer Selbstbehalt: Wechseln Sie auf eine prozentuale Selbstbeteiligung, etwa 20 Prozent. Sie wirkt auf Dauer kostendämpfender als die absolute Variante.

■ Teilweise können Sie auch auf arzttypische Selbstbehalte zurückgreifen, etwa Verzicht auf Medikamente.

■ Auf keinen Fall sollten Sie den neuen Basistarif, früher Standardtarif, nehmen, streichen Sie lieber Randleistungen.

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