Zinspapiere

Kapitalerträge schützen: Sie können sich wehren. Tun Sie’s!

Bei Zinspapieren kassiert der Fiskus ab 2007 kräftig mit. Trotz dann drastisch gekürzter Freibeträge gibt es aber verschiedene Wege, Kapitalerträge zu schützen. Einer führt über die Börse.

Die Geschichte des Sparerfreibetrages ist schnell erzählt: Je stärker die Staatsverschuldung steigt, desto drastischer wird der Sparerfreibetrag eingedampft. Im Jahr 1993, als Finanzminister Theo Waigel in seiner Not die Besteuerung von Kapitalerträgen einführte, gestand er den Bürgern noch 6.100 Mark (rund 3.000 Euro) Freibetrag zu. Groß der Protest, als diese Summe 1999 auf 3.000 Mark (1.500 Euro) gestutzt wurde. Seit 2004 sind es schlanke 1.370 Euro, und ab Januar 2007 nur noch 750 Euro.

Freibeträge drastisch gekürzt

Ein lediger Sparer darf ab Januar nur noch Kapitalerträge von maximal 801 Euro (750 Euro Grundfreibetrag plus 51 Euro Werbungskostenpauschale) erzielen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag, also1.602 Euro.

Mit der erneuten Fast-Halbierung des Freibetrags zielt der Fiskus auf die Masse der kleinen Sparer, sagt Wolfgang Wawro, Präsident des Steuerberaterverbandes Berlin-Brandenburg: „Fast jeder, der etwas auf der hohen Kante hat, wird in Zukunft Steuern auf Erträge zahlen müssen.“

Die Halbierung des Freibetrags ist eine Steilvorlage für die Finanzkontrolleure und kann für den Sparer unangenehme Folgen haben. Deutsche Banken melden die bei ihnen angegebenen Freibeträge an das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn, das bei Überschreiten der Grenzen das zuständige Finanzamt informiert. Wer seinen Freibetrag auf verschiedene Geldinstitute verteilt hat und nicht rechtzeitig nach unten anpasst, riskiert direkte Nachfragen des Fiskus.

Das sind die Alternativen

Doch genug der Klagen. Für Sparer und Anleger gibt es mehrere Wege, zumindest einen Teil der Zinserträge ganz legal vor dem staatlichen Zugriff zu retten, und einer davon führt über den Aktienmarkt. Grundlage für die Steuersparmöglichkeit sind das noch geltende Halbeinkünfteverfahren und die Neigung der Großen Koalition, wichtige Reformen zu verschieben: Nach der zuletzt verkündeten erneuten Verschiebung des Gesundheitsfonds kommt der Erklärung von Finanzminister Peer Steinbrück, die Abgeltungssteuer werde möglicherweise erst 2009 eingeführt werden, neue Bedeutung zu. Anleger können also hoffen, dass ihnen das Halbeinkünfteverfahren sowohl 2007 als auch 2008 noch erhalten bleibt.

Das bedeutet: Ein Wechsel von Zinspapieren in dividendenstarke Dax-Aktien kann lohnen. Ein Anleger, der 40.000 Euro in eine Anleihe mit vier Prozent Rendite investiert, erzielt damit 1.600 Euro Zinsen. Davon sind im kommenden Jahr 799 Euro steuerpflichtig, der Anleihen-Liebhaber zahlt bei einem persönlichen Steuersatz von 30 Prozent also rund 250 Euro Steuern.

Null Steuern zahlt dagegen der Aktionär, der die gleichen 40.000 Euro in ein Dax-Papier mit vier Prozent Dividendenrendite investiert. Von den 1.600 Euro ausgeschütteter Dividende sind nur 800 Euro steuerpflichtig, der Anleger bleibt innerhalb seines Freibetrages. Natürlich muss er im Gegenzug das Kursrisiko tragen, doch in seiner langfristigen Performance hat der deutsche Aktienmarkt Anleihen bislang noch immer klar hinter sich gelassen.

Deutlich mehr Steuern können Eltern sparen – wenn sie vertrauensvollen Umgang mit ihren Kindern pflegen. Jedes Kind darf pro Jahr 8.501 Euro steuerfreies Einkommen beziehen (7.664 Grundfreibetrag plus Sparerfreibetrag plus Pauschalen), wenn eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt.

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