Buchführung

Warum exakte Buchführung so wichtig ist

Exakte Buchführung erleichtert den Blick auf die echte Finanzsituation der Praxis und offenbart in SuSa, BWA und LiSt mehr, als der bloß flüchtige Blick auf den letzten Kontoauszug. 

Die erste wichtige Auswertung der Buchführung ist die Summen- und Saldenliste (SuSa). Auch wenn sich Gewinn oder Verlust daraus nicht direkt ablesen lassen, die SuSa sichert einen guten Überblick über Vollständigkeit und Richtigkeit des Zahlenwerkes sowie über die Zusammensetzung von Vermögen, Schulden, Ausgaben und Einnahmen. In numerischer Folge führt sie alle bebuchten Konten auf und informiert über getätigte Investitionen, Abschreibungen, Darlehensaufnahmen und -tilgungen, Kassen und Kontostand, Privatentnahmen und -einlagen, Praxisausgaben nach Kostenarten und Einnahmen.

Die sorgfältige SuSa-Analyse hilft, die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zu verstehen. Die BWA ist dann die Ergebnisübersicht und sollte mindestens die Praxiseinnahmen und deren Zusammensetzung, die Praxisausgaben und deren Zusammensetzung, den steuerlichen Gewinn, den erwirtschafteten Geldüberschuss, dessen Verwendung für private Zwecke und den verbleibenden Geldüberschuss enthalten.

Die BWA eignet sich besonders für die Analyse der Praxiszahlen im Zeitablauf. Regelmäßig werden dabei den Zahlen des laufenden Jahres die des Vorjahres-Vergleichszeitraums gegenübergestellt. So werden positive und negative Entwicklungen sofort sichtbar. Besonders aussagefähig ist die BWA, wenn sie die Entwicklung der Zahlen über mehrere Jahre hinweg spiegelt.

Dazu offenbart die BWA auch, wie sich der Praxisgewinn entwickelt. Da der direkten Einfluss auf die Höhe der fälligen Einkommensteuer hat, ist die BWA auch ein willkommener Indikator dafür, ob Rücklagen für spätere Steuerzahlungen nötig sind oder ob die laufenden Steuervorauszahlungen wegen rückläufigen Gewinns herabgesetzt werden können. Freilich, diese Erkenntnisse gilt es auch umzusetzen. Die BWA ist nämlich das bedruckte Papier nicht wert, wenn sie nur abgeheftet wird und Ableitungen unterbleiben.

Die Liquiditäts- und Steuervorschau (LiSt) ergänzt die BWA um den Bestand an Liquidität zum Jahresbeginn (positiv oder negativ) sowie um noch nicht bezahlte Steuern für bereits abgelaufene und auch das laufende Kalenderjahr. Das Ergebnis ist die frei verfügbare Liquidität. Ist das Ergebnis mindestens eine „schwarze Null“, heißt das, befinden sich die Einnahmen und Ausgaben in wirtschaftlichem Gleichgewicht. Und das heißt: Die Praxiseinnahmen reichen, alle betrieblichen und privaten Ausgaben – auch die Steuerzahlungen – zu bestreiten.

 

A&W-TIPP

Achtung!
Wer sich aus der Abhängigkeit seiner Banken befreien will, muss ein deutlich positives LiSt-Ergebnis vorweisen können. Die erwirtschaftete frei verfügbare Liquidität sollte dann in eine Rücklage für künftige Investitionen oder eine zusätzliche Altersversorgung eingestellt werden. Dabei trägt natürlich auch ein angemessener Lebensstandard bei, jederzeit über ausreichend freie Liquidität verfügen zu können. Für die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Unternehmers Arzt sind die Zahlenspiele also von ausschlaggebender Bedeutung.

FeedbackSenden
Anzeige

Telematikinfrastruktur: Die Installation

Um Arztpraxen schnell und sicher an die TI anzubinden und im Nachgang einen reibungslosen Praxisablauf zu gewährleisten, müssen TI-Komponenten und Arztinformationssystem wie Zahnräder ineinandergre... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Übersicht behalten

Warum Controlling in der Arztpraxis so wichtig ist


Medizinische Fachangestellte

Prämiengutscheine für Fortbildungen


IGeLn - aber richtig

Neuer Ratgeber für Ärzte


Anzeige
Drucken