Tagegelder

Sind die Auslandsbanken riskant?

Viele ausländische Institute bieten mehr Tagegeld-Zinsen als deutsche Banken. Nun, es gibt doch die Einlagensicherung. Klar, aber die ist immer nur so gut wie die Bonität des jeweiligen Landes.

Die Zinssätze gehen wieder zurück. Für Tagesgeld gibt es im Schnitt weniger als 1,5 Prozent. Die Inflation ist weit höher. Also machen Anleger, real gesehen, Verluste – und schauen daher über die deutschen Grenzen. Viele ausländische Banken bieten mehr: bis 2,4 Prozent. Die Frage nur: Ist dies riskanter?

Die Garantien der verschiedenen Sicherungseinrichtungen in Deutschland gelten nicht für ausländische Banken. Diese sind ihren eigenen Einlagen sicherungssystemen angeschlossen. Der Ein agenschutz bei deutschen Filialen ausländischer Banken richtet sich daher nach den Bestimmungen des Landes, in dem die Bank ihren Hauptsitz hat. Eine besondere Bestimmung gilt innerhalb der EU: Hier sind die Einlagen der Sparer durch eine Mindesteinlagensicherung geschützt. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen jeweils mindestens bis zu 100.000 Euro Einlagenschutz garantieren. Aber: Privatrechtliche Systeme zur Einlagensicherung, die einen höheren Einlagenschutz bieten, gibt‘s in vielen EU-Ländern nicht.

Im schlimmsten Fall – wenn also eine Serie von Bankpleiten käme – wäre die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Landes gefragt. Und diese kann im Einzelfall überfordert sein. Nicht nur deshalb raten die Verbraucherzentralen, auf die deutsche Einlagensicherung zu achten – denn hierzulande ist die Sicherheit wohl am größten. Weil sich fast alle deutschen Banken zusätzlich mit einer Mitgliedschaft in einem Einlagensicherungsfonds zusätzlich freiwillig absichern. Da die Höhe der Summe bis zu 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals betragen kann, werden bei einigen Banken theoretisch Anlagen bis in Millionen- oder sogar Milliardenhöhe abgedeckt.

Diese freiwillige Absicherung ist bei ausländischen Banken nur selten gegeben, in diesem Fall würde nur die Höhe der landesabhängigen, gesetzlichen Einlagensicherung greifen. Man sollte sich deshalb vergewissern, ob die präferierte Bank eine deutsche Tochtergesellschaft hat, die möglicherweise Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist, oder nur eine Zweigniederlassung, da dann das Recht des jeweiligen Landes des Hauptsitzes greift. Wertpapiere wie Aktien oder Investmentfonds fallen nicht unter den Schutz der Einlagensicherung, denn sie werden von der Bank für den Kunden nur im Depot verwahrt. Wird eine depotführende Bank insolvent, kann Geld in Wertpapierdepots auf andere Banken übertragen werden. Besonders geschützt sind in jedem Fall Investmentfonds: Als so genanntes Sondervermögen ist das Geld der Sparer sogar bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft sicher.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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