Finanz- und Wirtschaftskrise

Wirtschaftskrise: Sind Sie gegen den worst case gesichert?

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die wirtschaftliche Situation der Niedergelassenen erheblich verschlechtert. Da hilft nur eins: Weiterlesen!

Wie steht‘s um Ihre Grundstrukturen? Ihre Praxis muss auf sicheren Beinen stehen. Viele Ärzte schließen sich zu Praxisgemeinschaften zusammen, schaffen gemeinsam Geräte an und haben doch nichts ordentlich geregelt. Andere investieren viel Geld in Mietobjekte – ohne entsprechende Sicherung ihrer Investitionen bei Kündigung des Mietverhältnisses. Beispiel: Eine Ärztin investierte 130.000 Euro in den Umbau ihrer angemieteten Praxis. Es gab keinen langfristigen Mietvertrag und keine Klausel, was bei Auszug mit den Einbauten passiert. Als sie zwei Jahre später raus musste, hatte sie nicht nur hohe Umzugskosten zu verkraften, sondern auch all ihre Investitionen abzuschreiben. Erst Fehlinvestition, dann Krise, jetzt ist sie angestellt und stottert ihre Schulden ab. Und wie sieht es bei Ihnen aus?

Sind Sie bei Vertragsgestaltungen auf Zack? Viele Ärzte kaufen ihre Praxisgeräte meist auf Finanzierungs- oder Leasingbasis. Konditionen und Vertragsklauseln verhandeln sie dabei oft nicht. Das kostet die Praxis unnötiges Geld und kann sogar ihre Existenz bedrohen. Beispiel: Ein Arzt kaufte ein Sonogerät auf Mietkaufbasis. Es sollte neu und auf neuestem Entwicklungsstand sein. Tatsächlich wurde ein Gebrauchtes alter Bauart völlig überteuert geliefert. Permanente Technikausfälle führten zu Umsatzeinbußen. Der Streit mit dem Lieferanten dauerte zwei Jahre. Das Kreditinstitut beharrte in dieser Zeit dennoch auf vollständiger Ratenzahlung. Lassen Sie Ihre Verträge deshalb vor Unterzeichnung von Profis prüfen.

Sichern Sie sich ausreichend gegen Haftung und Rückforderungen? Behandlungen müssen mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt werden. Dies allein reicht aber nicht. Die Aufklärungs- und Hinweispflichten gegenüber den Patienten müssen beachtet werden. Hier passieren immer noch erhebliche Fehler. Haben Sie sich bei Vorwurf eines Behandlungsfehlers schon mal verteidigt, ohne dass Sie eine optimale Dokumentation Ihrer Belehrungen vorlegen konnten? Auch die Abrechnung der Leistungen führt in zahlreichen Fällen zu Rückforderungsansprüchen – oft wegen kleinen, formellen Fehlern.

Beispiel: Ein HNOler belehrte einen Patienten vor der Nasenoperation ausführlich. Die OP erledigte dann aber sein Praxiskollege. Die Nase wurde schöner, die Scheidewand aber nicht perfekt. Der Patient rügte nicht ordnungsgemäß behandelt und belehrt worden zu sein. Der Rechtsstreit dauerte zwei Jahre und endete mit einem Vergleich. Die Haftpflichtversicherung zahlte erst nach quälendem Schriftverkehr. Durch Rufschaden erlitt die Praxis hohe Ausfälle. Deshalb: Je mehr Sorgfalt in die ordnungsgemäße Belehrung, Abrechnung und Dokumentation investiert wird, um so weniger Zeit und Kosten müssen später bei strittiger Durchsetzung der Forderung oder Abwehr von Ansprüchen aufgewendet werden.

Sitzen Sie auf Schrottimmobilien? Viele Ärzte erwarben Fonds oder Immobilien zum Steuersparen. Die Immobilien sind heute nur noch ein Viertel des Kaufpreises wert. Die Belastungen blieben jedoch gleich, abzüglich geringer Tilgungen in den vergangenen Jahren. Die Perspektiven sind schlecht, Chancen, die Verbindlichkeiten ganz abzubauen gering. Die Betroffenen arbeiten hart, aber nach dem Bedienen der Annuitäten bleibt fast nichts mehr übrig. Erforderlich sind Verhandlungen mit den Gläubigern, um tragbare Lösungen zu finden. Auf Banken- und Gläubigerseite sitzen Verhandlungs- und Abwicklungsprofis, denen man gemeinhin nicht gewachsen ist.

Beispiel:
Eine Ärztin kaufte sich auf Empfehlung eines Beraters vor Jahren zwei Eigentumswohnungen. Sonderabschreibungen sollten steuerliche Vorteile sichern. Die Anschaffungskosten waren – aus heutiger Sicht – zu hoch. Nach ihrer Scheidung drängte die Bank auf Abbau der Verbindlichkeiten und den Verkauf der Wohnungen. Die brachten jetzt gerade mal 120.000 Euro – 200.000 Euro weniger, als sie einst kosteten. Diesen Ausfall kann die Ärztin nicht mehr ausgleichen. Jetzt steht eine Schuldenregulierung an. Aber wie? Verhandlungen mit Gläubigern gut vorbereiten und nicht ohne Profis durchführen. Dabei soll die Insolvenz unbedingt vermieden werden. Selbst bei Scheitern der außergerichtlichen Vergleichgespräche mit Banken gibt es Sanierungschancen, etwa durch einen Insolvenzplan.

Sind Sie gegen den worst case abgesichert? Was passiert bei Streit, Scheidung, Arbeitsunfähigkeit oder hohen Schadensfällen mit der Familie? Was passiert mit der Praxis? Was passiert mit der privaten Altersvorsorge? Klare Regelungen müssen rechtzeitig getroffen werden. Es ist wie beim Autofahren und dem Anschnallen. Sie schnallen sich nicht an, um an den Baum zu fahren; sind Sie jedoch angeschnallt und es passiert Ihnen ein Unfall, haben Sie wesentlich höhere Chancen, schadlos zu bleiben. Ebenso ist es mit der rechtlichen Vorsorge. Sichern Sie Ihre Familie, ihr Vermögen und ihre Altersvorsorge durch Ehevertrag, Testament, Vorsorgevollmacht und Nachfolgeregelung. Schalten Sie dafür Profis ein. Die Ehepartner sollten keine Bürgschaften oder Kreditverpflichtungen für die Praxis übernehmen.

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