Betriebswirtschaftliche Auswertungen

So behalten Sie den Überblick!

Wer die wirtschaftlichen Praxis-Fakten detailliert kennt, kann bei erkennbaren Fehlentwicklungen rechtzeitig gegensteuern. Dabei hilft insbesondere die BWA „Spezialauswertung Ärzte“.

Wer sagt schon „weil ich Unternehmer werden wollte“, wenn man einen Arzt fragt, warum er Medizin studierte. Trotzdem ist unternehmerisches Handeln für all jene Mediziner wichtig, die sich entschieden haben, ihren Beruf als Niedergelassene auszuüben. „Denn eine Praxis ist ein kleines Unternehmen, bei dem der Unternehmer den Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung nie aus den Augen verlieren darf“, erklärt Ecovis-Steuerberaterin Carola Stöckner. Genau dabei hilft die betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA. Laufend informiert sie über die wirtschaftliche Situation der Praxis. So lässt sich erkennen, ob die finanzielle Entwicklung intakt ist oder ob es Probleme gibt, die rasch gelöst werden müssen.

Die BWA „Spezialauswertung Ärzte“ ist speziell auf die Anforderungen von Praxen zugeschnitten. So werden nicht nur alle Einnahmen und Aus gaben gelistet, sondern auch die Werte des abgelaufenen Monats sowie kumulierte Werte gezeigt. Des Weiteren werden die Entwicklung des Vorjahres im Vergleich und die davon prozentualen Abweichungen dargestellt. Die grafische Darstellung in Form von Diagrammen verdeutlicht die einzelnen Rubriken der Auswertung. Die Betrachtung ausgewählter Kennzahlen wie Praxis einnahmen je Arztstunde, Praxisergebnis pro Arztstunde und Mitarbeiterproduktivität kann bei unternehmerischen Entscheidungen des Arztes helfen. „Es ist unerlässlich, sich mit den Ergebnissen der Praxis monatlich beziehungsweise spätestens vierteljährlich zu befassen“, erklärt Stöckner. „Denn nur dann können negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und korrigiert werden.“

Die erste Botschaft einer BWA ist die Betrachtung der Rendite, also das Verhältnis zwischen Praxisergebnis und -einnahmen. Erfahrungsgemäß sollte die Rendite einer Arztpraxis zwischen 50 und 65 Prozent liegen. Weicht die Rendite im laufenden Monat von den kumulierten Werten eines Jahres ab, sollten im zweiten Schritt Praxiseinnahmen und Praxisausgaben analysiert werden. „Haben sich einzelne Positionen im Vergleich zu anderen Monaten stark verändert, sollte immer nach den Ursachen dieser Veränderungen geforscht werden“, sagt Carola Stöckner.

Alles in Ordnung, wenn etwa die Praxisausgaben steigen, im Gegenzug aber auch die Praxiseinnahmen. Doch Vorsicht bei erhöhten Personalkosten. Liegen die vor, ist zu prüfen, ob zusätzliches Personal eingestellt wurde, ob es Veränderungen bei der Arbeitszeit des Personals gab, ob Leistungsprämien oder ein 13. Monatsgehalt gezahlt wurden. Erfahrungsgemäß sollten die Personalkosten in der Arztpraxis zwischen 15 und 25 Prozent liegen. Im dritten Schritt ist die Entwicklung des Praxisergebnisses zu betrachten. Sind Sie mit dem Erreichten zufrieden? Können sie davon ihren Lebensunterhalt bestreiten? Erlaubt das erzielte Ergebnis auch, Reserven für betriebliche Investitionen zu bilden. Dabei sollte auf keinen Fall vergessen werden, dass aus dem Praxisüberschuss auch Steuern und Beiträge für die Altersvorsorge zu zahlen sind.

 

A&W-KOMPAKT

Nehmen Sie sich …
… jeden Monat ein paar Minuten Zeit, um die Ergebnisse Ihrer Praxis zu betrachten. Wenn nötig, kann Ihnen dabei auch Ihr Steuerberater als Experte mit guten Vorschlägen und kritischen Anmerkungen zur Seite stehen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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