Aktuelle KBV-Statistik

Honorare: So viel arbeiten und verdienen Haus- und Fachärzte

Die KBV hat den Honorarreport für niedergelassene Ärzte für das vierte Quartal 2014 vorgelegt. Demnach konnten sich die Mediziner über Zuwächse bei ihrem Einkommen freuen. Allerdings bemängeln die meisten Ärzte nach wie vor, dass das Geld aus Ausgleich für die steigenden Arbeitsanforderungen bei weitem nicht ausreicht. Dennoch bleibt Arzt einer der rentabelsten und angesehendsten Berufe.

Hausärzte arbeiten durchschnittlich 56 und Fachärzte 53 Stunden pro Woche. Die hohe Stundenzahl ist eine Folge der in den letzten Jahren gewachsenen Nachfrage nach medizinischen Leistungen von niedergelassenen Ärzten. Während die Zahl der Ärzte nahezu gleich geblieben ist, ist die Anzahl der Behandlungsfälle pro Praxis 2014 leicht gestiegen.

Doch wuchsen auch die Einnahmen der Mediziner entsprechend an? Leider nein, wie der Honorarbericht der KBV zeigt, der jetzt für das vierte Quartal 2014 vorgelegt wurde. Mit einem durchschnittlichen Plus von 0,7 Prozent (+348 Euro auf 52.234 Euro) des Honorarumsatzes je Arzt und 0,8 Prozent je Behandlungsfall (+0,48 Euro auf 62,39 Euro) ist der Zuwachs im Vergleich zu den steigenden Anforderungen eindeutig zu gering ausgefallen. Zumal sich von dem plus kaum ableiten lässt, wie viel der niedergelassene Arzt unterm Strich tatsächlich verdient. Schließlich müssen noch die Kosten für die Praxis, Versicherungen und Investitionen rausgerechnet werden. Angestellte Ärzte haben es da deutlich einfacher, da sie ein festes Gehalt pro Monat erhalten und damit in der Regel zu den Spitzenverdienern in Deutschland gehören.

Bundesweites Plus bei Umsätzen

Auch konnten bundesweit nicht alle niedergelassenen Ärzte gleichermaßen von höheren Einkommen profitieren. Im Gegenteil: Während beispielsweise der durchschnittliche Honorarumsatz je niedergelassenem Arzt in Schleswig-Holstein im 4. Quartal um 2,9 Prozent nach oben ging, mussten die Mediziner in Berlin ein Minus in gleicher Höhe verbuchen.

Im hausärztlichen Versorgungsbereich stieg der durchschnittliche Honorarumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal dem Bericht zufolge je Arzt um 2,3 Prozent (+1.179 auf 53.182 Euro) und um 1,4 Prozent (+ 0,84 Euro auf 62,11 Euro) je Behandlungsfall. Doch auch hier gab es starke regionale Unterschiede: In Hamburg fiel das Plus beim Honorarumsatz pro Arzt mit 6,4 Prozent am höchsten aus, in Thüringen gab es ein Minus von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Auch in Berlin, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern war die Entwicklung rückläufig.

Honorare weiter gestiegen

Der Honorarumsatz der Allgemeinmediziner und hausärztlichen Internisten je Arzt ist im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,0 Prozent (+1.039 Euro auf 51.971 Euro), der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 1,3 Prozent (+0,76 Euro auf 61,01 Euro) gestiegen. Am deutlichsten fällt der Anstieg des Honorarumsatzes je Arzt in Hamburg (+6,5 Prozent), Sachsen (6,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (5,2 Prozent) aus. Den größten Rückgang des Honorarumsatzes je Arzt kann man in Thüringen (-2,9 Prozent) und Berlin (-2,6 Prozent) beobachten. Beim Thema Geld profitieren also keinesfalls alle Vertragsärzte mit eigener Praxis von der Entwicklung.

Im fachärztlichen Bereich lag das Plus den aktuellen Informationen zufolge je Behandlungsfall bei gerade einmal 0,3 Prozent (+ 0,23 Euro auf 66,61 Euro). Aufgeschlüsselt je Arzt ist er hingegen gesunken und zwar um 1,0 Prozent (- 480 Euro auf 49.674 Euro).

Der Honorarumsatz der Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin ist im Vergleich zum Vorjahresquartal in Q4/2014 um durchschnittlich 2,9 Prozent, also um 1.548 Euro auf 55.386 Euro gestiegen. Der Honorarumsatz hat sich je Behandlungsfall um 1,4 Prozent (+0,78 Euro auf 57,24 Euro) leicht nach oben entwickelt. Hier fallen die regionalen Unterschied allerdings noch heftiger aus: So müssen die Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin in Sachsen-Anhalt beim Honorarumsatz je Arzt ein Minus von 8,3 Prozent hinnehmen, die Kollegen in Bayern haben zugleich ein Plus von 7,9 Prozent zu verbuchen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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