Spezielle Internetversicherungen

So können Ärzte sich vor Cyber-Kriminalität schützen

Mobbing gegen Ärzte auf Bewertungsportalen oder angeblich illegale Downloads auf den Praxiscomputer – im Internet kann man in viele, teure Fallen tappen. Cyberpolicen bieten dagegen Schutz, doch Interessierte sollten das Kleingedruckte besser genau lesen.

Ein enttäuschter Patient von Dr. Werner K. startete eine regelrechte Verleumdungsaktion gegen den Arzt. In Bewertungsportalen und Blogs wurde seine Praxis böswillig beschimpft. Das wäre ein guter Fall für eine Internetversicherung. Sie leistet für die Strafanzeige und für den Aufwand, die Inhalte im Web zu löschen. Die BNP Paribas Cardif Versicherung würde in diesem Fall bis zu 10.000 Euro zahlen.

Der Versicherungsschutz greift auch dann, wenn online bestellte Waren beschädigt oder gestohlen werden, wenn Abmahnungen wegen illegaler Downloads drohen oder Hacker persönliche Daten klauen. Beim Computer einer Ärztin hatte die Sprechstundenhilfe heimlich einen Kinofilm herunter geladen. Das Filmunternehmen verlangte über 800 Euro.

Zwischen 7,90 Euro (Cosmos Finanzschutz) und 315,41 Euro (Janitos) im Jahr kosten die Policen. Und da liegt der Haken:  Die Leistungen sind sehr unterschiedlich und stellen oft keinen Mehrwert dar. „Viele Cyberrisiken werden bereits durch Haftpflicht, Hausrat oder eine Rechtsschutz-Versicherung abgedeckt“, heißt es etwa bei Ökotest, die kürzlich eine Marktuntersuchung durchgeführt hat.

Bei dem Janitos-Produkt handelt es sich um einen Zusatzbaustein zur Hausratversicherung. Das Cosmos-Produkt steht nur für illegale Bankabbuchungen ein, wenn die Bank wegen grober Fahrlässigkeit des Kunden Schadenersatz ablehnt.

Anders als eine Privathaftpflicht stehen die Cyber-Policen nicht für Schäden an Dritten ein. Hochwertige klassische Policen (Haftpflicht, Hausrat) sind aus Sicht von Ökotest deshalb empfehlenswerter. Auch Verbraucherschützer monieren insbesondere, dass Internetversicherungen oftmals keine wirkliche Zusatzleistung bieten. Denn auch hochwertige, klassische Versicherungen wie die private Haftpflicht- und Hausratpolice sowie die Rechtschutzversicherung helfen bei Cyberkriminalität weiter. Insofern sollten Interessierte erst einmal überprüfen, welche Risiken durch bereits abgeschlossene Versicherungen abgedeckt sind.

Neuere Privathaftpflichtpolicen decken Teilrisiken der Internetkriminalität ab. Sie springen ein, wenn der Versicherungsnehmer durch seine private Internetnutzung, durch E-Mails oder Datenträger einem anderen einen Schaden zugefügt hat. Versichert sind Schäden durch Löschung, Unterdrückung, Unbrauchbarmachung oder Veränderung von Daten bei Dritten durch Computer-Viren oder andere Schadprogramme. Gezahlt wird auch für Schäden durch Nichterfassung oder fehlerhaftes Speichern von Daten bei Dritten, und zwar für die sich daraus ergebenden Personen- und Sachschäden.

Viele Cyberpolicen leisten nicht bei Verleumdungen und Beschimpfungen. Gerade dieser Bereich wäre für Ärzte aber wichtig. Rühmliche Ausnahme: BNP Paribas Cardiff. Zudem sind die Formulierungen und Deckungszusagen oft zu schwammig. Im Schadenfall könnte dann die Leistungszusage sehr eng ausgelegt werden. Gerichtskosten etwa sind nicht gedeckt. Deshalb sieht auch Stiftung Warentest diese Angebote sehr kritisch: „Die Policen lösen das Problem nicht!“

Claus Cory

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