Tipps für Praxisinhaber

So machen Sie Ihre Praxis kostengünstig barrierearm

Die Deutschen werden immer älter und damit auch die Patienten. Praxisinhaber stellt das vor einige Herausforderungen. Mit der Zahl der Patienten, die nur noch eingeschränkt mobil sind, steigt auch der Druck, die Praxis barrierearm zu machen. Ein Umbau ist teuer – und oftmals gar nicht nötig, wie die folgenden Tipps zeigen.

Jede Arztpraxis hat das Ziel, große Barrierefreiheit zu bieten. Möglichst viele Patienten sollen sie ohne besondere Erschwernisse und ohne fremde Hilfe erreichen können. Laut einer Erhebung der Stiftung Gesundheit haben bisher aber nur etwa ein Drittel aller Arztpraxen bewusste Maßnahmen zur Barrierefreiheit getroffen. Die meisten Ärzte schrecken vor den dazugehörigen Kosten zurück.

Dabei reichen häufig schon kleine Maßnahmen aus, um die Räumlichkeiten zumindest barriereärmer zu gestalten. Das kann zum Beispiel eine Treppenrampe sein mit der Rollstuhlfahrer oder eingeschränkt mobile Patienten die Eingangstreppe leichter bewältigen können. Solche Rampen kosten je nach Größe und Qualität ab zirka 500 Euro. Wichtig: Die Steigung der Rampe sollte 6% nicht überschreiten.

Das Mobiliar in der Arztpraxis so zu stellen, dass Rollstuhlfahrer oder sehbehinderte Menschen gut durchkommen, erfordert gar keinen finanziellen Einsatz, sondern nur etwas strategisches Denken. Handläufe an der Wand sind günstig in der Anschaffung und helfen geh-unsicheren Patienten bei der Fortbewegung. Günstig und hilfreich ist es, wenn vor jedem Behandlungszimmer ein Stuhl bereit steht oder eventuell ein Klappstuhl an der Wand befestigt ist, damit Patienten die Wartezeit im Sitzen verbringen können.

Was beim Thema Barrierefreiheit oft vergessen wird, ist die geistige Mobilität. Sie können Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist oder die unter Lernschwierigkeiten, Legasthenie oder schlechten Augen leiden, helfen, indem Sie Formulare und Informationen entsprechend leicht gestalten. Achten Sie auf eine große und gut lesbare Schrift in den Praxisformularen. Arbeiten Sie möglichst mit Bildern zur Veranschaulichung, verwenden Sie kurze Sätze und beginnen Sie jeden Satz mit einem neuen Absatz.

Ebenfalls nicht sehr kostspielig, dafür aber ausgesprochen wirksam, ist der Einsatz von Farben in der Praxis. Ein „Farbleitsystem“ kann älteren oder sehbehinderten Patienten dabei helfen, sich besser zurechtzufinden. Das klassische, durchgängige Weiß in Arztpraxen macht es ihnen hingegen schwer, Raumdimensionen und Hindernisse zu erfassen. Achten Sie deshalb auf klare Kontraste zwischen Möbeln, Türen, Böden und Wänden und deutliche Wegweiser, zur Toilette oder zum Ausgang.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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