Freiberufliche Ärzte

So schützen Sie sich vor Anlagehaien!

Gerade freiberufliche Ärzte sind willkommene Opfer findiger Anlagehaie, die betrügerische Anlagegeschäfte vermitteln. Fallen Sie auf so etwas nicht herein. A&W-Autor Florian Bogner fasst zusammen, wie Sie Unseriöses von Seriösem unterscheiden können.

A&W-CHECKLISTE

Wie wurde der Erstkontakt hergestellt?

  • Der unaufgeforderte telefonische Erstkontakt ist im Finanzdienstleistungsgewerbe wettbewerbsrechtlich grundsätzlich verboten (§ 1 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, UWG).
  • Auch wenn die Empfehlung über Verwandte, Freunde oder Bekannte des jeweiligen Anbieters kommt oder diese Personen Sie sogar persönlich wegen der Vereinbarung eines Beratungstermins ansprechen, ist dieses allein noch kein Beleg für die Seriosität der Geldanlage.
  • Eine sorgfältige Prüfung des Angebotes ist in jedem Fall notwendig.
  • Häufig werden gerade geschäftsunerfahrene oder nichtsahnende, bereits selbst schon zum Opfer gewordene Kunden benutzt, um weitere Anleger zu gewinnen.
  • Über die Weiterempfehlung der Geldanlage an Verwandte, Bekannte und Freunde kommt ein gesundes Misstrauen erst gar nicht auf, so dass viele geworbene Kunden leichtgläubig in betrügerische Anlageformen hinein geraten.
  • Legen Sie grundsätzlich den Hörer auf, wenn Sie unaufgefordert von Mitarbeitern von Finanzdienstleistungsfirmen jeglicher Art angerufen werden.
  • Lassen Sie sich auch nicht von Verwandten oder Bekannten nur deshalb überreden, weil diese bereits selber eine solche Geldanlage getätigt haben.

Wie hoch ist die in Aussicht gestellte Rendite?

  • Als Maßstab soll hier die aktuelle Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihen dienen.
  • Sie erfahren den aktuellen Stand der Verzinsung aus den Wirtschaftsteilen überregionaler Tageszeitungen und bei jedem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwachten Kreditinstitut.
  • Liegt die versprochene Rendite höher als die zu diesem Zeitpunkt ausgewiesene Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen, dann ist die in Rede stehende Anlage immer auch mit nicht unerheblichen Risiken behaftet. Renditen von mehr als fünf Prozent jährlich sind derzeit – wenn überhaupt – in aller Regel nur mit spekulativen Anlageformen erzielbar, bei denen Sie jederzeit mit einem Teil- oder Totalverlust des Anlagebetrags rechnen müssen.
  • Auch wenn Verwandte, Bekannte oder Freunde bereits Geld bei einer mit recht hoher Rendite angepriesenen Anlageform erhalten haben, ist dieser Umstand kein Indiz für die Seriosität der Anlageform! Nicht selten zahlen unseriöse Anleger zu Anfang die versprochenen Renditen als Köder aus, um über Mund-zu-Mund-Propaganda neue Kunden zu gewinnen. Dabei werden diese angeblichen Gewinne nicht aus tatsächlich erwirtschafteten Erträgen, sondern aus Anlagegeldern der Neukunden bedient. In einem solchen Fall spricht man dann von einem Schneeballsystem. Ein solches System bricht immer dann unweigerlich in sich zusammen, wenn „frisches Geld“ neuer Anleger ausbleibt.

Wer ist der Anbieter und wo ist der Geschäftssitz?

  • Auf dem nicht beaufsichtigten freien Kapitalmarkt tummeln sich viele „Schwarze Schafe“. Der Anbieter ist etwa erst seit kurzem tätig oder nicht im Handelsregister eingetragen (etwa GmbH in Gründung).
  • Bei dem Anbieter oder Vermittler handelt es sich um eine ausländische Kapitalgesellschaft (etwa eine „Limited“ oder eine „Corporation“), die nicht selbst in Deutschland tätig ist, sondern lediglich durch „Agenten“ oder „Repräsentanten“ vertreten wird.
  • Die Gesellschaft gibt keine Bankverbindung bei einer deutschen Bank an.
  • Es werden bekannte Banken und Brokerhäuser als Partner genannt, die auf Nachfrage jedoch nichts von dieser „Partnerschaft“ wissen.

Werden Sie unter Zeitdruck gesetzt?

  • Anlageentscheidungen sollten immer in Ruhe überlegt werden. Bei unseriösen Angeboten steht nur einer unter Zeitdruck: der Anbieter. Er muss aus einem Kunden möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit herauspressen.
  • Denn bei längerer Geschäftsbeziehung steigt das Risiko, als unseriöser Anbieter entlarvt zu werden. Lassen Sie sich bei Geldanlagegeschäften niemals unter Zeitdruck setzen!

Wo liegt das Investitionsobjekt?

  • Niemand würde wohl ein Haus oder eine Wohnung kaufen, ohne das Objekt vorher besichtigt zu haben. Genauso sollten Sie bei Kapitalanlagen in Immobilien verfahren. Schließlich sind die drei wichtigsten Qualitätsmerkmale einer Immobilien die Lage, die Lage und nochmals die Lage.
  • Jeder sollte sich im Klaren sein, dass Objektkäufe ohne vorherige Ortsbesichtigung immer mit erheblichen Risiken behaftet sind. Nette Fotos reichen als Qualitätsnachweis nicht aus; Sonnenschein und blaue Wolken und der richtige Blickwinkel können über viele Mängel hinwegtäuschen.
  • Daher der dringende Rat: Besichtigen Sie die zur Kapitalanlage gehörenden Objekte grundsätzlich immer mit einem neutralen Sachverständigen vor Ort.

Was prüft der Notar?

  • Bei Immobilienanlagen und teilweise bei Unternehmensbeteiligungen ist eine notarielle Abwicklung des Geschäfts gesetzlich vorgeschrieben. Ein Notar kontrolliert dabei nur die formale Richtigkeit der Geschäftsabwicklung. Ob das Unternehmen seriös und das Gewinnversprechen des Anbieters realistisch ist, hat der Notar hingegen nicht zu prüfen. Die Einbeziehung eines Notars ist also kein Gütesiegel für die in Rede stehende Anlageform.

Wer ist der Treuhänder und ist dieser wirklich vom Unternehmen unabhängig?

  • Bei nicht beaufsichtigten Anlageformen ist es für den sicherheitsorientierten Anleger neben den bisher genannten Punkten unabdingbar, sich darüber zu vergewissern, ob der Anbieter in seinem Emissionsprospekt einen unabhängigen Treuhänder ausweist. Dieser muss als so genannter Ehrenberufler (Rechtsanwalt, Notar, Wirtschaftsprüfer) in seiner Eigenschaft als Mittelverwendungskontrolleur sicherstellen, dass das Geld der Anleger auch so investiert wird, wie der Verkaufsprospekt es vorsieht. Die Aufgabe einer treuhänderischen Mittelverwendungskontrolle kann auch von einer seriösen Bank wahrgenommen werden. Nicht selten sind die Fälle, in denen der Treuhänder mit dem unseriösen Anbieter unter einer Decke steckt. In einem solchen Falle ist das angelegte Geld in höchster Gefahr.
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