Bausparkassen machen Druck

So schützen Sie Ihren gut verzinsten Bausparvertrag

Wer in den 90er Jahren einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, besitzt heute eine kleine Goldgrube. Denn im aktuellen Dauerzinstief bekommt man dafür richtig gute Zinsen. Dagegen gehen Banken aber vor. Sie versuchen zurzeit, unliebsame Altkunden loszuwerden. Teilweise mit unsauberen Tricks.

Viele freuen sich heute, dass sie in den 90er Jahren einen Bausparvertrag abgeschlossen haben. Damals gab es dafür zwar vergleichsweise niedrige Zinsen, doch im aktuellen Dauerzinstief sieht das wieder anders aus.

Denn die Bausparkassen versprachen damals auch einen Bonuszins, wenn das Bauspardarlehen nicht genommen wurde. So haben Altkunden heute oft eine attraktive Verzinsung jenseits der drei Prozent.

„Diese hoch verzinsten Verträge werden von vielen Kunden auch als Geldanlage genutzt“, erklärt Markus Feck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale NRW. „Das ist den Bausparkassen jetzt in der Niedrigzinsphase aber ein Dorn im Auge. Sie versuchen zurzeit massiv, Altkunden aus diesen Verträgen zu drängen.“

Rechtlich möglich ist das, wenn die vereinbarte Sparsumme erreicht ist. Doch die Bausparkassen versuchen auch die Verträge loszuwerden, bei denen die Sparsumme noch nicht erreicht ist. „Dafür greifen sie teilweise auf unsaubere Tricks zurück“, weiß Experte Markus Feck.

Manche Bausparkassen rechnen kurzerhand zum Guthaben die möglichen Bonuszinsen hinzu, damit die Sparsumme erreicht wird. In diesen Fällen lohnt sich der Blick in die Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB). Darin steht, ob Bonuszinsen wie Guthabenzinsen behandelt werden dürfen. Wenn nicht, kann man dagegen widersprechen.

Misstrauisch sollten Kunden aber auch werden, wenn ihnen die Bausparkasse auf einmal anbietet, den Altvertrag gegen ein angeblich noch viel lukrativeres Angebot einzutauschen. „Hier ist äußerste Vorsicht geboten“, sagt Markus Feck. „Vermutlich fallen auch die Prämien und Sonderzahlungen geringer aus, als die Zinsvorteile im Altvertrag.“

Manche Bausparkassen drohen sogar

„Uns sind Fälle bekannt, da wurden Kunden mit Altverträgen regelrecht unter Druck gesetzt. Ihnen gegenüber wurde behauptet, der hohe Zinsbonus gehe verloren, wenn der Altvertrag nicht gekündigt werden würde“, sagt Verbraucherschützer Markus Feck. „Mein Tipp: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten. Behalten Sie Ihren Altvertrag. Falls die Bausparkasse Ihnen tatsächlich eine Kündigung zu schicken sollte, können Sie der mit anwaltlicher Unterstützung widersprechen –mit guter Aussicht auf Erfolg.“

Bausparen als Geldanlage
Rechtlich können Bausparkassen Verträge kündigen, wenn die vereinbarte Sparsumme erreicht wurde. Einige Kunden reduzierten daher die Rate oder stellten die Zahlungen ganz ein, um nicht darüber zu kommen. Das Resultat: Für das bis dahin angesparte Guthaben erhalten sie hohe Zinsen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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