Werbungskosten

So setzen Sie Ihren Urlaub von der Steuer ab

Fehlende Work-Life-Balance kann sich lohnen: Ärzte, die einen Kongress oder eine Fortbildung mit ein paar Tagen Urlaub koppeln, können den Fiskus an den Kosten der Reise beteiligen. Wir verraten, was dabei zu beachten ist.

Die Erinnerungen an den Sommerurlaub sind noch frisch. Gleiches gilt leider auch für das Gefühl, dass die schönste Zeit des Jahres auch diesmal wieder eine Stange Geld gekostet hat. Verzichten will auf den wohlverdienten Urlaub natürlich niemand. Muss man auch nicht und kann dennoch sparen: Ärzte, die es geschickt anstellen, können sich einen Teil ihrer Ausgaben vom Finanzamt erstatten lassen.

Damit der Fiskus mitmacht, gilt es allerdings ein paar wichtige Regeln zu beachten.

Gemischte Reisen sparen Geld

Die vielleicht wichtigste: Wer sein Geld in einen reinen Erholungsurlaub investiert, braucht auf eine Steuererstattung nicht zu hoffen. Solche Reisen sind aus Sicht des Finanzamts Privatsache und damit steuerlich irrelevant. Damit der Fiskus mit im Boot sitzt, müssen Ärzte einen Teil der Ferien schon dem Beruf widmen.

Das bedeutet aber nicht, dass sie in ihrer Freizeit Patienten behandeln sollen. Vielmehr geht es darum, berufliches und privates geschickt zu verbinden. Bestes Beispiel: Der Ärztekongress. Statt am Veranstaltungstag den ersten Flieger zu nehmen und abends auch zurückzufliegen, können Medizier den Termin auch komfortabler nutzen. Hängen Sie einfach vor oder nach der Veranstaltung noch ein freies Wochenende in der betreffenden Stadt dran. An den Reisekosten zum Kongress muss der Fiskus beispielsweise auf jeden Fall beteiligen und schon haben Sie auch für den angehängten Urlaub einen Teil der Reisekosten wieder drin.

Mit welchem Anteil sich das Finanzamt beteiligt, ist von Fall zu Fall verschieden. Wichtig ist jedoch, dass der berufliche Anteil der Reise mindestens zehn Prozent ausmacht. Ist das nicht der Fall, werten die Beamten den Trip nämlich als reines Privatvergnügen – und lassen den Arzt die gesamte Summe aus eigener Tasche zahlen. Ein Alibi-Fortbildungstag während einer zweiwöchigen Rundreise bringt steuerlich betrachtet in der Regel also rein gar nichts.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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