Krise in Russland

So sicher ist Ihr Geld auf der Bank

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland verunsichern die Anleger. Vor allem, wenn sie ihre Einlagen bei einer Bank haben, an denen der russische Staat Anteile hat. Viele fragen sich: Was passiert mit meinem Geld, wenn Russland in die Rezession gerät? Hier die wichtigsten Fakten.

Die Krise in der Ukraine spaltet die Europäische Union und Russland. Ende Juli 2014 beschloss die EU schließlich, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen. Von da an durften EU-Bürger und Firmen keine Anleihen, Aktien oder ähnliche Finanzinstrumente mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen von Banken kaufen, die mehrheitlich in russischem Staatsbesitz sind.

Sorgen machen sich Anleger vor allem um drei russische Banken, die über ihre Töchtergesellschaften in Österreich auch im deutschen Markt tätig sind: die VTB Direktbank, DenziBank und Sberbank Direct. Insgesamt liegen dort Guthaben in Milliardenhöhe – auch von deutschen Anlegern.

In Deutschland und Europa sind Kunden bei einer Bankenpleite gut abgesichert. „Allein durch die gesetzliche Einlagensicherung sind im Ernstfall pro Kunde 100.000 Euro garantiert“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Zusätzlichen Schutz bietet noch die freiwillige Einlagensicherung aller Banken, die im Bundesverband deutscher Banken Mitglied sind. Die fängt beim kleinsten Institut mit 400.000 Euro an und kann in die Millionen gehen. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken greift wiederum ein anderes Sicherungssystem. Dort springt im Notfall ein Bankhaus für das andere ein. So bekommen Kunden 100 Prozent ihres Vermögens zurück.

Aber wie ist das nun bei den Töchtern der russischen Banken? Entscheidend ist, welcher Staat die Einlagen sichert. Und bei der VTB Direktbank, DenziBank und Sberbank Direct ist das Österreich, unter dessen Aufsicht sie stehen. Daher gilt auch für sie die europaweit geltende Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank. Abgedeckt sind dabei übrigens Spar- und Sichteinlagen wie Girokonto, Guthaben auf Kreditkartenkonten, Tages- und Festgeld und Sparbriefe. Was nicht aufgefangen wird, sind dagegen Wertpapiere wie Anleihen oder Zertifikate.

Finanzexperten gehen davon aus, dass die drei russischen Tochtergesellschaften auch weiterhin unter österreichischer Aufsicht bleiben, nachdem sie auch auf Drängen Österreichs bewusst aus den Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausgenommen worden waren. Denn die Risiken, die durch eine mögliche Abwicklung und Entschädigung der Anleger entstehen könnten, scheinen zu groß. Mit seinem sehr guten AAA-Rating wäre es für den österreichischen Staat zwar kein Problem, das Geld für die Einlagensicherungen aufzubringen. Dieses Szenario ruft im Land allerdings wenig Begeisterung hervor.

Anleger können also in aller Ruhe ihre persönliche Situation analysieren. Wer Einlagen bis 100.000 Euro bei einer dieser russischen Tochterbanken hat, ist aber auf jeden Fall auch gesetzlich abgesichert.

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