Chancen und Risiken

Vermögensplanung: So sichern Sie Ihr Erspartes

Erfolgreiche Vermögensplanung rechnet immer mit Inflation, Konjunkturdellen oder – wie aktuell – der Finanzkrise. Unser Autor zeigt, welche Anlageklassen sich daher für Ihre Alterssicherung eignen, nennt Vor- und Nachteile.

Festverzinsliche Wertpapiere („Renten“) wie Anleihen oder Pfandbriefe sind meist mit festen Zinsen ausgestattet und haben eine vorgegebene Laufzeit sowie Tilgungsform. Der Käufer erwirbt eine Geldforderung gegenüber dem Emitenten (Schuldner). Geht dieser pleite, wird das Papier wertlos. Der Kurs steigt, wenn der Zins für andere Anleihen niedriger ist als die Verzinsung des Wertpapiers. Bei steigenden Zinsen oder verschlechterter Bonität des Schuldners fällt der Kurs. Die Inflation geht bei Zinsen und Kapitalrückzahlung zu Lasten des Wertpapierbesitzers.

Tages- und Termingelder sind kurzfristig bei einer Bank angelegte Gelder. Bei Tagesgeld kann das Geld täglich wieder abgehoben werden, bei Termingeld ist es für einen vorher festgelegten Zeitraum gebunden. Mit Tages- oder Termingeld lässt sich während einer Tiefzinsperiode das Risiko von Kursverlusten durch einen plötzlichen Zinsanstieg vermeiden.

Lebensversicherungen erfordern Prämienzahlungen über einen längeren Zeitraum. Oder eine hohe Einmalzahlung. Dafür zahlt die Versicherung bei Erreichen eines bestimmten Alters eine Versicherungssumme (Kapitallebensversicherung) oder eine festgelegte Rente bis zum Tod des Versicherten (Rentenversicherung).

Die Versicherung legt die Prämien überwiegend in festverzinslichen Papieren an, einen geringen Anteil auch in Immobilien und Aktien. Mit deren Erträgen müssen die Renten der Versicherten, aber auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie der Unternehmensgewinn finanziert werden. Der „Garantiezins“, mit dem Guthaben verzinst werden müssen, beträgt derzeit beschämend niedrige 2,25 Prozent. Leistungsfähige Versicherer verzinsen die Prämien mit bis zu 4,5 Prozent (Garantiezins plus Überschuss). Der Versicherungsnehmer hat nur einen Geldanspruch, die Geldentwertung geht zu seinen Lasten. Die reale Rendite einer Lebensversicherung ist ähnlich hoch wie bei Anleihen.

Aktien machen den Aktionär zum Mitinhaber eines Unternehmens, er ist nicht Gläubiger. Der Kurswert der Aktie reflektiert die Entwicklung von Ertrag und Vermögen des Unternehmens, die Einschätzung seiner Zukunftsaussichten sowie das „Börsenklima“. Langfristig steigen die Kurse „gesunder“ Aktien fast immer, auch wenn sie kurz- und mittelfristig schwanken. Die Gewinne der Gesellschaft gehören den Aktionären, an die ein Teil ausgeschüttet wird. Der Rest wird im Unternehmen investiert. Das sichert die Zukunft der Firma: die Gewinne und Dividenden wachsen stärker als die Inflation.

Anleihezinsen und Aktiendividenden reagieren unterschiedlich auf die Geldentwertung (siehe A&W-Tabelle). Nicht nur wegen höherer realer Erträge, auch wegen des unterschiedlichen Risikoprofils sind Aktien den Anleihen überlegen. Anleihen haben ein asymetrisches Risikoprofil: die Kursgewinnchancen sind begrenzt, die Verlustrisiken nicht, denn bei Konkurs des Emitenten kann ein Totalverlust eintreten. Bei Aktien ist das Risikoprofil symmetrisch: hohe Kursgewinne sind möglich, aber auch ein Totalverlust.

Auch die Auswirkungen von Inflation und Währungsreform sind unterschiedlich: der Käufer einer Anleihe oder Lebensversicherung muss diese Verluste tragen. Beim Aktionär bewirken einbehaltene und reinvestierte Unternehmensgewinne, dass Ertrag und Dividende mit der Inflation Schritt halten, diese sogar oft übertreffen. Auch eine Währungsreform brachte (bisher) nur vorübergehende Kursverluste, nach wenigen Jahren erholten sich die Kurse wieder.

Wegen dieser Nachteile bei Realverzinsung, Risikoprofil und Inflationsempfindlichkeit eignen sich Anleihen, Tages- und Termingelder sowie Kapital- und Rentenversicherungen nicht als „Hauptpfeiler“ Ihrer Vermögensstrategie. Sie haben aber die wichtige Aufgabe, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Ihre Liquidität zu sichern, damit Wertverluste durch Notverkauf von Aktien und Immobilien vermieden werden. Das geht aber nur, wenn die Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit der Emitenten beziehungsweise Versicherer über alle Zweifel erhaben sind, also ein sehr gutes „Rating“ (AAA oder AA) vorliegt.

Ein Aktienindex wird aus dem Durchschnittskurs vieler Aktien errechnet und stellt die Marktentwicklung insgesamt oder von einzelnen Branchen (etwa Banken, Chemie) dar. 1988 wurden „dynamische“ Indices geschaffen. Diese erfassen Strukturänderungen der Wirtschaft: weil schwächelnde Unternehmen aus dem Index entfernt und dafür Aktien von inzwischen herangewachsenen Gesellschaften aufgenommen werden.

Hierdurch wird der Index zu einem zuverlässigen Messwert für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder einer Branche. Der DAX (Deutscher Aktienindex) wurde aus den 30 führenden Banken-, Versicherungs- und Industriewerten gebildet. Der schweizerische Marktindex SMI besteht aus den 24 führenden Banken, Versicherungsund Industriefirmen des Landes. Der österreichische ATX besteht aus 22 führenden Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen.

Das bekannteste und älteste Börsenbarometer ist der 1886 von Charles Henry Dow gebildete Dow Jones Industrial Average (DJI). Der DAX ist ein so genannter Performance Index, der sich aus den Börsenkursen und den Dividendenzahlungen zusammensetzt. SMI und ATX sind Preisindices, die nur auf Basis der Börsenkurse berechnet werden. Der DJI ist kein Index, sondern ein Durchschnittswert: die Kurse der 30 führenden Industrieaktien werden addiert und durch einen Divisor geteilt. Weil er die großen Dienstleistungs-, Finanz- und Kreditunternehmen nicht enthält, ist der DJI gar nicht repräsentativ für die US-Wirtschaft.

Gold ist Glaubenssache: Manche sehen darin existenzielle Sicherheit, weil es durch die Jahrhunderte in Notsituationen seine Kaufkraft behielt. Aber die reale Wertentwicklung 1953 bis 2005 war unbefriedigend. Gold zahlt keine Zinsen. Es eignet sich daher höchstens als Notgroschen, aber nicht zur Vermögensbildung.

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