Versicherungen

So werden Sie Policen wieder los!

Sie sind überversichert oder haben falsche Policen? Oder die Prämien sind einfach zu teuer? Dann macht die Kündigung von Policen Sinn. Wir erklären, was Sie beachten müssen. Fristen etwa.

Es gibt genug Gründe, Policen zu kündigen: Andere Anbieter oder Bedingungen sind günstiger, oder der Versicherungsgrund ist entfallen. Wie aber werden Sie den Vertrag am schnellsten los? Meist gelten einmonatige Kündigungsfristen. Wer also zum Ende des Versicherungsjahres am 31. Dezember aus dem Vertrag aussteigen will, muss zum 30. November gekündigt haben. Im Schadensfall gilt das für beide Seiten.

  • Berufsunfähigkeits-Versicherung. Die ordentliche Kündigung des Vertrags ist bis zum Ende des Versicherungsjahres möglich, mit einem Monat Frist. Wer in Raten zahlt, kann auch zum Ende des Zahlungsabschnitts kündigen, allerdings nicht vor Ablauf des ersten Jahres. BU-Zusatzpolicen sind an den Hauptvertrag gekoppelt – und enden entsprechend.
  • Gesetzliche Krankenversicherung. Wer mindestens 18 Monate am Stück bei der gleichen Kasse war, kann mit zwei Monaten Frist jederzeit kündigen. Die 18-monatige Bindungsfrist entfällt, wenn man in die PKV wechselt. Erhöht die Kasse ihre Beiträge, kann bis zu dem Zeitpunkt gekündigt werden, ab dem der Zusatzbeitrag fällig wird.
  • Haftpflichtversicherung. Ordentliche Kündigung ist jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich; bei drei Monaten Frist. Im Schadensfall gilt: Mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres innerhalb eines Monats, nachdem die Leistung zugesagt oder abgelehnt wird; bei Beitragserhöhung zum Zeitpunkt an dem sie wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Erhöhung.
  • Hausratversicherung. Eine ordentliche Kündigung ist jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Die Frist beträgt drei Monate. Im Schadensfall gilt: Mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Frist: Innerhalb eines Monats, nach Zusage oder Ablehnung der Leistung. Im Fall einer Beitragserhöhung zum Zeitpunkt an dem die Erhöhung wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.
  • Kfz-Haftpflicht. Hier gelten die kürzesten Kündigungsfristen – ein Monat bei ordentlicher Kündigung. Der Vertrag läuft dann bis Ende des Versicherungsjahres, das meistens mit dem Ende des Kalenderjahres zusammenfällt. Die Kündigung im Schadensfall kann sofort erfolgen, die Frist liegt binnen eines Monats, gleiches gilt bei Beitragserhöhungen.
  • Kranken-Zusatzversicherung. Eine ordentliche Kündigung ist immer bis zum Ende des Vertrags möglich, danach bis zum Ende des Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten; im Fall einer Beitragserhöhung zu dem Zeitpunkt, an dem die Erhöhung wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.
  • Lebensversicherung. Egal ob Kapital-, oder Risiko-Police – die ordentliche Kündigung des Lebensversicherungsvertrages ist immer bis zum Ende des Versicherungsjahres möglich; mit einem Monat Frist. Wer in Raten zahlt, kann auch zum Ende des Zahlungsabschnitts kündigen, allerdings nicht vor Ablauf des ersten Jahres. Ist an die Lebensversicherung eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung gekoppelt, endet diese entsprechend mit dem Hauptvertrag. Eine separate Kündigung ist aber möglich.
  • Rechtsschutz-Versicherung. Bei Rechtsschutz-Verträgen gelten die gleichen Regeln wie bei den Policen für Haftpflicht- oder Hausratversicherungen, allerdings mit folgenden Sonderregelungen: In der Regel ist eine Kündigung ab dem zweiten Schadensfall innerhalb von zwölf Monaten möglich. Und zwar bis spätestens zum Ende des Versicherungsjahres. Die Frist beträgt innerhalb eines Monats nach Zusage zur Deckung des Schadens. Lehnt ein Versicherer die Regulierung eines Schadens ab, obwohl er ihn hätte bezahlen müssen, ist ebenfalls eine Kündigung möglich – sofort oder bis Ende des Versicherungsjahres. Hier beträgt die Frist einen Monat nach Erhalt der Ablehnung.
  • Tierhalter-Versicherung. Eine ordentliche Kündigung ist jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Bei einem Schadensfall gilt: Mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Frist: Innerhalb eines Monats, nachdem die Leistung zugesagt oder abgelehnt wird. Im Fall einer Beitragserhöhung zum Zeitpunkt an dem die Erhöhung wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.
  • Unfallversicherung. Eine ordentliche Kündigung ist jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Bei einem Schadensfall gilt: Mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Frist: Innerhalb eines Monats, nachdem die Leistung zugesagt oder abgelehnt wird. Im Fall einer Beitragserhöhung zum Zeitpunkt an dem die Erhöhung wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.
  • Wohngebäude-Versicherung. Eine ordentliche Kündigung ist jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Bei einem Schadensfall gilt: Mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Frist: Innerhalb eines Monats, nachdem die Leistung zugesagt oder abgelehnt wird. Im Fall einer Beitragserhöhung zum Zeitpunkt an dem die Erhöhung wirksam wird. Frist: Innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.

A&W-TIPPS

Widerrufs- und Rücktrittsrecht
Nach Abschluss eines Vertrags mit mehr als einem Jahr Laufzeit gilt zunächst das Widerrufsrecht: 14 Tage nach Unterschrift können Sie ohne Angaben von Gründen zurücktreten. Ist ein Widerrufsrecht wie etwa bei Lebensversicherungen ausgeschlossen, gilt das Rücktrittsrecht. Es gilt ebenfalls zwei Wochen lang, die Versicherer müssen darauf aufmerksam machen. Geschieht das nicht, verdoppelt sich die Frist auf vier Wochen.

Mit Kündigung drohen
Oft lohnt es sich, vor einer Kündigung mit dem Versicherer zu reden. Viele machen daraufhin günstigere Angebote, wenn sie merken, dass ein Kunde aussteigen will. Am sichersten ist, die Kündigung per Ein schreiben mit Rückschein zu schicken. Gerade wenn die Kündigungsfrist bald abläuft, hat der Kunde so auch einen Nachweis, dass er das Kündigungsschreiben rechtzeitig abgeschickt hat.

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