Beruflich unterwegs

So wichtig ist die Berufshaftpflichtversicherung im Ausland

Wer als Arzt dauerhaft im Ausland arbeiten möchte, sollte wissen, dass sich mit dem Wechsel des Wohn- und Arbeitsortes vieles ändert. Besonders zu beachten ist der Versicherungsschutz, der bei einem Wohnortwechsel ins Ausland nur unter bestimmten Umständen bestehen bleibt.

Was im Reisegepäck eines Arztes für den beruflichen Aufenthalt im Ausland keineswegs fehlen darf, ist die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte. Sie deckt Personenschäden, etwa Folgeschäden eines Patienten durch ärztliches Handeln, ab. Weiterhin sollten Sachschäden, z.B. die Beschädigung medizinischer Geräte sowie der sogenannte Vermögensschaden, der aus einem Personen- oder Sachschaden entsteht, abgedeckt sein.

Gerade bei Jungärzten in Ausbildung bzw. Weiterbildung wird eine entsprechende Absicherung für den Auslandsaufenthalt dringend empfohlen. Denn sobald diese in einem Krankenhaus mit Patienten in Kontakt kommen, besteht die Möglichkeit einer persönlichen Haftung aus unerlaubter Handlung. Spätestens wenn das Praktische Jahr (PJ) naht und es die Studenten ins Ausland zieht, sollte man sich deshalb auch um seine Versicherungssituation samt Deckungssumme kümmern. Tatsächlich bietet nicht jede Standard-Police den vor Ort notwendigen Schutz.

Deckungssumme ist wichtig

Zuerst einmal unterscheidet sich die Deckungssumme im Ausland von Land zu Land. Die grundsätzliche Empfehlung für alle Ärzte in Deutschland lautet, eine Deckungssumme für Personen- und Sachschäden von mindestens 5 Millionen Euro abzuschließen – aber das allein reicht nicht aus.

Australien, USA, Frankreich mit hohen Anforderungen

Australien ist ein exotisches und beliebtes Reiseziel für praktizierende Ärzte. Doch so locker die Menschen auf dem Kontinent im täglichen Umgang auch sind – die finanziellen Hürden für Ärzte liegen hoch. Australische Kliniken verlangen bei der Berufshaftpflichtversicherung eine Deckungssumme von 20 Millionen Australischen Dollar, umgerechnet etwa 12,5 Millionen Euro.

Das gleiche gilt für die USA. Bei dortigen Auslandsaufenthalten sollten junge Ärzte und Ärztinnen vorher nachfragen, welche Versicherungssummen verlangt werden. Und die können von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren. Etwas anders stellt sich die Situation in Frankreich da.

Französische Kliniken misstrauen ausländischen Berufs-Haftpflichtschutz-Versicherungen gerne und bevorzugen eine französische Versicherung. Statistisch gesehen wird jeder Arzt etwa alle sieben Jahre mit dem Vorwurf eines Behandlungsfehlers konfrontiert. Derzeit geht man von ca. 40.000 Behandlungsfehlern pro Jahr allein in Deutschland aus, die in der ärztlichen Berufshaftpflichtversicherung zum Schadenausgleich gemeldet werden. Deshalb ist die richtige Wahl der Versicherung ein wichtiges Thema.

Was muss ich wissen?

Einen jährlichen Check-Up seiner Versicherung sollte jeder machen, da immer wieder Leistungsverbesserungen oder gar neue Arzthaftpflichtkonzepte am Markt angeboten werden. Besonders interessant sind exklusive Rahmenkonzepte, welche konditionelle wie auch konzeptionelle Verbesserungen beinhalten. Wer bereits eine Haftpflichtpolice abgeschlossen hat, sollte beim Anbieter nachfragen, welche Schäden bis zu welcher Summe bereits versichert sind und ob der Schutz eventuell aufgestockt werden muss.

Gerade in den USA mit seinen teilweise gigantischen Schadenersatzsummen müssen Ärzte lückenlos abgesichert sein. Neben der Berufshaftplichtversicherung spielt die Auslandskrankenversicherung eine ebenso tragende Rolle. Hier können Reisewillige zunächst mit ihrem Anbieter oder ihrer Krankenkasse klären, bis zu welchem Umfang sie auch für längere Zeit im Ausland versichert sind. Immer wieder kommt es vor, dass Erkrankte ins Heimatland geflogen werden müssen.

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine spezielle Notfallbehandlung im Aufenthaltsland sehr viel teurer werden würde als in Deutschland. Auch dieser Punkt rückt in den Fokus – denn in den meisten Fällen ist der Rücktransport nicht in der Versicherung enthalten.

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