Rürup-Rente

Rürup-Modell: Warum sich der Einstieg für Ärzte noch lohnt

Für Selbstständige ist es im Grunde die einzige Möglichkeit beim Sparen fürs Alter staatlich gefördert zu werden: das Rürup-Modell. Es bietet in der Ansparphase steuerliche Entlastung und im Alter eine zusätzliche Rente. Ideal für alle, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

2005 wurde das Rürup-Modell eingeführt, um vor allem Selbständigen und Freiberuflern die Chance zu geben, steuerbegünstig für das Alter vorzusorgen. Es soll dabei helfen, die Altersarmut zu bekämpfen, von der viele Freiberufler im späteren Alter betroffen sind. Die Vorteile der Rürup-Rente sind auch für niedergelassene und auch für angestellte Ärzte durchaus attraktiv. Denn das Modell ist eine steuerlich begünstigte Form der privaten Altersvorsorge und für alle, die nicht in die gesetzliche Rente, sondern in ein Versorgungswerk einzahlen, sogar die einzige Möglichkeit, staatliche Förderung bei der Altersvorsorge zu erhalten. Trotzdem wird das Modell bisher nur schlecht angenommen: Aktuell gibt es nur etwa zwei Millionen Rürup-Verträge. Im Durchschnitt werden weniger als 2.000 Euro eingezahlt.

Dabei können von den Steuervorteilen in diesem Modell junge Ärzte, aber vor allem auch Bald-Rentner profitieren. „Bei ihnen ist das Verhältnis zwischen der Absetzbarkeit der Beiträge und der späteren Rentenbesteuerung besonders attraktiv“, sagt Bianca Boss, Expertin beim Bund der Versicherten. Denn so würden deren Alterseinkünfte sogar niedriger besteuert als die eines 30-Jährigen.

Das Rürup-Konzept verbindet in der Ansparphase ein Steuersparmodell mit einer privaten Zusatzrente im Ruhestand. 2014 durften Rürup-Sparer 78 Prozent ihrer Beiträge, somit bis zu 15.600 Euro (Verheiratete 31.200 Euro) steuerlich absetzen. 2015 waren es bereits 80 Prozent. Seit 2015 wird der Höchstbetrag, der steuerbegünstigt eingebracht werden kann, an den Maximalbetrag gekoppelt, der in die knappschaftliche Rentenversicherung eingezahlt werden kann. Das sind 2016 insgesamt 22.766 Euro ( Verheiratete 45.532 Euro). Zugleich steigt der steuerlich absetzbare Anteil 2016 auf 82 % der Einzahlungen. Damit können in diesem Jahr bis zu 18.668,12 Euro (Verheiratete: 37.336,24 Euro) abgesetzt und der Fiskus somit über die Steuerersparnis deutlich an den Einzahlungen beteiligt werden. Bis 2025 steigt der absetzbare Prozentsatz jährlich um jeweils zwei Prozentpunkte auf am Ende 100 Prozent an.

Zu den Vorteilen der Rürup-Rente zählt, dass sie so unglaublich flexibel ist. Man kann auch größere Zuzahlungen tätigen – je nach Einkommenssituation. Sogar eine Einmalzahlung kurz vor Praxisaufgabe ist möglich: Dann vereinbart man eine sofort beginnende Rentenversicherung als Rürup-Modell und leistet den Versicherungsbeitrag auf einen Satz.Die Rürup-Rente ist also für Ärzte durchaus interessant, auch wenn sie zum Teil schon berufsständisch abgesichert sind. Außerdem können nicht nur Ärzte mit eigener Praxis, sondern auch angestellte Mediziner entsprechende Verträge abschließen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die ausgezahlten Beträge der Zusatzrente sind im Alter zu versteuern. Wer etwa in 2014 zum ersten Mal eine Rürup-Rente erhielt, muss lebenslang 68 Prozent davon versteuern. Bei Rentenbeginn im Jahr 2015 sind es dauerhaft 70 Prozent, ab 2040 dann 100 Prozent.

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