Belastung von Zweitverdienern sehr hoch

Steuer- und Abgabenlast in Deutschland überdurchschnittlich hoch

Die Steuer- und Abgabenlast, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland tragen müssen, ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle OECD-Bericht „Taxing Wages 2016“.

Die Gesamtbelastung von Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben liegt in Deutschland nach wie vor weit über dem OECD-Durchschnitt. Zu den OECD-Mitgliedsstaaten, deren Zahlen miteinander vergleichen werden, gehören Australien, Belgien, Chile, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Israel, Italien, Japan, Kanada, Korea, Luxemburg, Mexico, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweiz, die Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Vereinigtes Königreich, sowie die Vereinigten Staaten von Amerika an.

Deutschlands Steuer- und Abgabelast an der Spitze

Ergebnis des internationalen Vergleichs: Nur in Belgien und Österreich ist bei einem alleinstehenden Durchschnittsverdiener die Belastung höher. Doch das Schicksal ereilt nicht nur Singles: Auch bei fast allen anderen untersuchten Haushaltstypen liegt die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland im OECD-Vergleich an der Spitze. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die im internationalen Vergleich hohen Sozialbeiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten: Im letzten Jahrzehnt ist die Steuer- und Abgabenlast der alleinstehenden Durchschnittsverdiener in Detschland nämlich sogar um rund drei Prozentpunkte gesunken. Ursächlich dafür war eine gesunkene Belastung durch die Einkommenssteuer und durch geringere Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Seit 2010 ist sie weitgehend unverändert und lag 2015 bei 49,4 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge Arbeitgeber).

In dem Bericht wurde auch die Steuer- und Abgabenlast für Zweitverdiener untersucht. Dabei kommen die Experten zu dem Schluss, dass Steuerregeln wie Ehegattensplitting oder die beitragsfreie Versicherung von nichterwerbstätigen Partnern für Zweitverdiener die Anreize zur Arbeitsaufnahme verringern. Denn auch für Zweitverdiener gilt, dass in Deutschland, abgesehen von Belgien, die Steuer- und Abgabenlast so hoch wie in keinem anderen OECD-Land.

“Hohe Steuern und Abgaben für Zweitverdiener entmutigen vor allem Frauen, erwerbstätig zu werden”, sagte Pascal Saint-Amans, OECD-Direktor für Steuerpolitik und Steuerverwaltung. “Bei der Gestaltung des Steuersystems sollte die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen stärker berücksichtigt werden. In jedem Fall sollte das Steuersystem bestehende Ungleichheiten nicht noch verstärken.“

Auch der aktuelle OECD-Wirtschaftsbericht empfiehlt Deutschland, die Steuer- und Abgabenlast für Zweitverdiener zu senken. So könnte durch einen gesonderten Freibetrag die Steuerbelastung von Zweitverdienern verringert werden. Gleichzeitig könnten die Krankenversicherungsbeiträge auf der Grundlage der Zahl der versicherten Erwachsenen bemessen werden, so die Empfehlung.

 

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