Maßnahmen gegen die "Kalte Progression"

Steuergeschenke 2017/2018: Mehr Netto im Portemonnaie

Seit langer Zeit geistert der Begriff der sogenannten „Kalten Progression“ in der Berichterstattung der Medien umher. Endlich hat der Finanzminister reagiert und wiederum in einem Gesetzesentwurf versucht der „Kalten Progression“ entgegen zu wirken. Was ist darunter zu verstehen? Finanzexperte Günter Balharek mit den Details.

Der deutsche Steuertarif ist progressiv aufgebaut. Er beginnt mit einer sogenannten Nullzone (Grundfreibetrag), dann setzt ein Mindeststeuersatz von 14 % ein. Danach folgt eine progressiv ansteigende Steuerbelastung, die sich je nach der Höhe des Einkommens bis auf einen Spitzensteuersatz von 42 % erhöht. Für extrem hohe Einkommen wird danach noch die sogenannte „Reichensteuer“ zusätzlich festgesetzt. Im Ergebnis werden dann 45 % Einkommensteuer (zuzgl. Solidaritätszuschlag 5,5 % und ggf. Kirchensteuer) von dem zu versteuernden Einkommen erhoben.

Ein progressiv gestaffelter Steuertarif hat jedoch einen Nachteil für die Steuerbürger: je höher das Einkommen, um so höher ist auch ihre die Steuerbelastung. Ärzte sind besonders häufig davon betroffen, da sie laut Statistik als Freiberufler und auch als Angestellte zu den Bestverdienern in Deutschland gehören.

Welche negativen Auswirkungen das hat, zeigt das folgende Beispiel: Wenn ein Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung erhält, so erhöht sich zwangsläufig sein Bruttojahresverdienst. Je höher das Einkommen ist umso höher ist zwangsläufig auch die individuelle Steuerbelastung, denn er rutscht  ggf. in eine höhere Steuer-Tarifstufe. Dies ist grundsätzlich aus der Sicht des Staates so gewollt. Das Problem stellt jedoch die Inflation dar, die gleichzeitig auf das Einkommen – neben der Steuer – wirkt.

Zugegeben, die Inflationsrate ist derzeit sehr moderat. Wenn jedoch eine Lohnsteigerung sowohl durch die Inflation in der Kaufkraft gemindert, als auch gleichzeitig durch eine höhere Steuer belastet wird, so ist dies eine Auswirkung, die volkswirtschaftlich nicht gewünscht sein kann und von den Steuerbürgern kaum zu akzeptieren ist.

Neuer Gesetzesentwurf wird bejubelt – warum eigentlich?

Der Finanzminister hat jetzt versucht dieser kumulativen Negativwirkung durch Entlastung der Bürger auf dem Steuersektor entgegen zu treten.

Welche Änderungen Sie erwarten, lesen Sie auf der folgenden Seite.

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Günter Balharek

Günter Balharek

Geschäftsführer Dipl.-Finw, StB bei alpha Steuerberatungsgesellschaft mbH

Günter Balharek ist Dipl.-Finanzwirt und Steuerberater. Seit 2010 ist er Geschäftsführer der alpha Steuerberatungsgesellschaft mbH mit Hauptsitz in Büdingen. Zuvor leitete Günter Balharek die Niederlassung in Frankfurt.

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