Der ab 01.01.2017 geltende Gesetzentwurf beinhaltet die nachfolgenden Änderungen:

  • Der Grundfreibetrag wird ab 2017 auf 8.820 Euro und ab 2018 nochmals um 180 Euro auf dann 9.000 Euro angehoben.

Durch die Anpassung dieses Betrages verlängert sich die bereits angesprochene „Nullzone“ im Steuertarif. Im Ergebnis bleibt insoweit der Erhöhungsbetrag steuerfrei.

  • Der Kinderfreibetrag soll auf 4.716 Euro (2017) und dann Anfang 2018 nochmals auf dann 4.788 Euro erhöht werden.

Auch an die Kinder wurde gedacht. Ab 2017 ist die folgende Erhöhung im Gesetzesentwurf enthalten:

  • Für das 1. und 2. Kind erhöht sich das Kindergeld um 2 Euro auf monatlich 192 Euro. Ab 2018 folgt eine weitere Anpassung auf monatlich 194 Euro
  • Für das 3. Kind werden die Beträge ebenfalls um den Basiswert von 2 Euro monatlich erhöht. Absolut also auf 198 Euro für 2017 und auf 200 Euro monatlich ab dem Kalenderjahr 2018.
  • Auch die Beträge für weitere Kinder der Familie wurden jeweils um den bereits bekannten Betrag von 2 Euro angepasst.
  • In diesem Zusammenhang wird auch der sogenannte Kinderzuschlag ab dem kommenden Jahr um 10 Euro auf 170 Euro erhöht.

Doch der Gesetzgeber hat auch an die Steuerbürger gedacht, die zum Beispiel nahe Angehörige finanziell unterstützen müssen. Hier werden die jährlichen Unterhaltshöchstbeträge – entsprechend dem Grundfreibetrag – erhöht.

Ebenfalls ist geplant, die übrigen Tarifeckwerte um die für 2016 und 2017 geschätzten Inflationsraten zu Gunsten einer niedrigeren Steuerbelastung nach rechts zu verschieben.

Insgesamt soll die mit diesem Steuerpaket verbundene Entlastung für die Bürger bei ca. 6,3 Mrd. Euro liegen.

Positiv ist hier zu erwähnen, dass es dem Gesetzgeber gelungen ist, relativ früh die geplanten Änderungen bekannt zu geben. Dadurch können die Auswirkungen bereits in der Lohnabrechnung für den Monat Januar 2017 – netto erhöhend – Berücksichtigung finden. Dies war in der Vergangenheit nicht immer so und oftmals mussten Steueränderungen rückwirkend umgesetzt werden. Klingt positiv, doch ganz so einfach ist es nicht.

Zusammenfassend muss der Steuer-Praktiker aber trotzdem  zu dem Ergebnis kommen, dass hier nur der Versuch unternommen wurde, die sogenannte „Kalte Progression“ abzumildern. Bei der derzeit guten und auch für 2017 zu erwartenden positiven Wirtschaftsentwicklung, hätten wir uns jedoch von Herrn Schäuble einen „größeren Wurf“  im Bereich der Bürger -Steuerentlastung  gewünscht.

The following two tabs change content below.

Günter Balharek

Günter Balharek

Geschäftsführer Dipl.-Finw, StB bei alpha Steuerberatungsgesellschaft mbH

Günter Balharek ist Dipl.-Finanzwirt und Steuerberater. Seit 2010 ist er Geschäftsführer der alpha Steuerberatungsgesellschaft mbH mit Hauptsitz in Büdingen. Zuvor leitete Günter Balharek die Niederlassung in Frankfurt.

Anzeige

Umsatzrechner für die Arztpraxis – objektiv, transparent und individuell

Terminausfälle, kurzfristige Absagen oder Verschiebungen und die Bindung von Ressourcen am Telefon sind die häufigsten Ärgernisse und Kostenpunkte für Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen. Digi... Mehr
Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

Weitere Artikel zum Thema:

Grafik der Woche

Strukturen zur Steuervermeidung in der EU


Durchschnittliche 53 Tage bis der Steuerbescheid kommt

Die schnellsten Finanzämter Deutschlands