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Steuern sparen: Wie Ärzte Berufskleidung absetzen können

Praxischefs und Arbeitnehmer können die Kosten rund um ihre Berufskleidung steuerlich geltend machen – von der Anschaffung, über die Reinigung bis zur Reparatur. Welche Aufwendungen der Fiskus akzeptiert.

Wenn es um die Hygiene geht, steht der Chef in der Pflicht: Soweit Mitarbeiter gesetzlich verpflichtet sind, spezielle Schutzkleidung bei der Arbeit zu tragen, muss der Arbeitgeber die Kosten dafür übernehmen. So entschied das Bundesarbeitsgericht. Anders sieht das bei klassischer Berufskleidung aus. Der Arbeitgeber übernimmt die Aufwendungen entsprechend der Regelungen im Arbeitsvertrag oder entsprechend dem geltenden Tarifvertrag. Soweit ist noch alles klar geregelt. Anders erscheint dies schon bei den steuerlichen Fragen rund um den Arztkittel oder die einheitliche Praxiskleidung.

Was der Fiskus als Arbeitskleidung akzeptiert

Der Fiskus hat seine eigene Definition, was alles unter die Kategorie Berufs- oder Arbeitskleidung fällt. Sobald die Kleidung theoretisch auch im Alltag passt, streicht das Finanzamt den Steuerabzug (Bundesfinanzhof, AZ.: IV R 13/90). Ausnahme ist zum Beispiel die weiße Kleidung in den Heilberufen. Auch wenn der Name der Praxis darauf gedruckt ist, akzeptiert der Fiskus das Poloshirt oder den Pullover als Arbeitskleidung. Das Emblem sollte allerdings gut sichtbar positioniert sein, um keine Zweifel aufkommen zu lassen. Tipp: Um den Charakter des Kleidungsstücks zu belegen, können Steuerzahler ein Foto zur Dokumentation ihrer Einkommensteuererklärung beilegen.

Der Kaufpreis ist voll und ganz absetzbar – selbst wenn mehrere Teile im Jahr angeschafft werden. Interessant wird es bei der Reinigung: Wer seine Berufskleidung in die Wäscherei bringt, bewahrt seinen Beleg auf und setzt die Kosten ab. „Da gibt es in der Regel keine Probleme, wenn das Kleidungsstück auf der Rechnung vermerkt ist“, sagt Bernhard Kurz, Steuerberater der Kanzleigruppe Ecovis in Memmingen. Absetzbar sind aber genauso die Aufwendungen fürs Säubern in der heimischen Maschine. Diese beziehen sich nicht nur auf das verbrauchte Wasser, den Strom oder das Pulver. Einzurechnen sind ebenso die Abnutzung wie auch die Wartung des Gerätes. „Hier darf geschätzt werden“, so Kurz. Denn die tatsächlichen Kosten dürften sich für jeden nur sehr schwer ermitteln lassen.

Die Anschaffungskosten der Waschmaschine können über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden. Die Abrechnung der Tonnen erfolgt nach den Erfahrungswerten der Berufs- und Verbraucherverbände. Eine Waschmaschine schafft rund fünf Kilo Bunt- und Kochwäsche, etwa 2,5 Kilo Pflegeleicht. Der Lauf einer Maschine kostet in einem Zwei-Personen-Haushalt geschätzt 50 Cent pro Kilogramm Kochwäsche auf 90 Grad, trocknen zwischen 26 und 34 Cent je nach Trockner und Bügeln dann fünf Cent.

So berechnet sich der steuerlich absetzbare Betrag

Beispiel: Ein Arzt lebt mit seiner Frau zusammen. Er verbraucht sechs Kilo 90-Grad-Wäsche in der Woche, die in einen Trockner kommt und dann noch gebügelt wird. Er rechnet so: 48 Wochen arbeitet er im Jahr: 48 x 0,50 Euro x 6 Kilo plus 48 x 0,26 Euro x 6 Kilo plus 48 x 0,05 Euro x 6 Kilo ergibt 233,28 Euro. Den Betrag kann er allein für seine Kochwäsche in der Steuererklärung eintragen. Das gilt für den selbstständigen Praxisinhaber wie auch jeden Arbeitnehmer.

Wer die Rechnerei und das fleißige Sammeln der Belege vermeiden will, trägt alternativ einen Pauschbetrag von 110 Euro in seiner Steuererklärung ein. Dies allerdings auch nur dann, wenn er tatsächlich Aufwendungen für klassische Arbeitskleidung zu tragen hat. Damit sind dann die Anschaffungs- wie auch die Reinigungskosten bis zur Reparatur komplett abgedeckt. „Die Finanzbeamten prüfen erfahrungsgemäß bis zu dieser Höhe nichts nach. Ein Rechtsanspruch auf diesen Betrag allerdings besteht nicht“, so Ecovis-Experte Kurz.

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