Steuersätze

Steuersätze bei Erbschaft deutlich gesenkt

Das Gesetz „zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums“ hat einige Erleichterungen bei der Erbschaftsteuer gebracht. Die wichtigsten Regelungen:

1. Erbschaft- und Schenkungsteuer für Geschwister, Nichten und Neffen

Für Personen der Steuerklasse II, insbesondere Geschwister, Nichten und Neffen, werden die Steuersätze deutlich gesenkt. Bei unentgeltlichen Erwerben nach dem 31. Dezember 2009 bewegen sich die Steuersätze zwischen 15 Prozent bei einem Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis 75.000 Euro und 43 Prozent bei einem Wert über 26.000.000 Euro. Der Freibetrag bleibt in dieser Steuerklasse unverändert bei 20.000 Euro.

2. Erbschaft- und Schenkungsteuer im Rahmen der Unternehmensnachfolge

Dem Betriebsnachfolger wurde bereits durch die Erbschaftsteuerreform 2008 die Wahl eingeräumt, eine Verschonung zu 85 Prozent oder zu 100 Prozent des begünstigten Vermögens in Anspruch zu nehmen. Die mit Abgabe der Steuererklärung auszuübende Wahl ist bindend und kann nicht nachträglich revidiert werden.

Rückwirkend ab 2009 wurden nun die Zeiträume, innerhalb derer das Unternehmen weitergeführt werden muss, verkürzt und die erforderlichen Lohnsummen gesenkt. Demnach bleiben 85 Prozent des begünstigten Betriebsvermögens steuerfrei, wenn:

– das Unternehmen fünf Jahre fortgeführt wird,

– die Lohnsumme am Ende des gesamten Zeitraums nicht unter 400 Prozent der Ausgangssumme gesunken ist,

– das unschädliche Verwaltungsvermögen maximal 50 Prozent beträgt.

Auf Antrag bleiben 100 Prozent des begünstigten Betriebsvermögens steuerfrei, wenn:

– das Unternehmen sieben Jahre fortgeführt wird,

– die Lohnsumme am Ende des gesamten Zeitraums nicht unter 700 Prozent der Ausgangssumme gesunken ist,

– das unschädliche Verwaltungsvermögen maximal 10 Prozent beträgt.

Die Lohnsummenregelungen gelten nur in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten. Für schädliche Überentnahmen gilt sowohl bei der 85 Prozent- als auch bei der 100 Prozent-Option die verkürzte Frist von fünf Jahren. Bei der Ermittlung des Verhältnisses zwischen dem Wert des begünstigten Vermögens und dem Wert des gesamten Vermögensanfalls wird auch letzterer um die damit wirtschaftlich zusammenhängenden abzugsfähigen Schulden und Lasten gemindert.

A&W-Tipp

Diese Erleichterungen können Sie erstmals auf Erwerbe anwenden, für die Steuer nach dem 31. Dezember 2008 entstanden ist. Sofern für Erbschaften aus 2007/2008 auf Antrag das neue Recht angewendet wurde, gelten die verbesserten Verschonungsvoraussetzungen auch rückwirkend.

Bernhard Mayer ist Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8201210 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz 

 

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