Patienten zahlen Aufpreis auch aus eigener Tasche

Studie: Mehrheit der Deutschen will bei Medikamenten mitbestimmen

Patienten wollen sich von Krankenkassen nicht vorschreiben lassen, immer die günstigsten Medikamente nehmen zu müssen. Sie möchten mitbestimmen, welches Produkt für sie das beste ist und sind bereit, einen entsprechenden Aufpreis aus eigener Tasche zu zahlen. Noch größer ist allerdings die Bereitschaft, für mehr Wahlfreiheit die Krankenkasse zu wechseln.

Hörgerät, Stützstrumpf, Rollstuhl – wenn ein Patient ein solches Medizinprodukt verschrieben bekommt, entscheidet meist die Krankenkasse darüber, welches Produkt er erhält. Preisunterschiede spielen dabei natürlich eine große Rolle. Begeistert sind die Versicherten aber nicht davon. Schließlich haben sie selbst auf die konkrete Auswahl nur wenig Einfluss – und genau das würden sie gerne ändern. Das zeigt die Umfrage „Transparenz von Kassenleistungen“ des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung mit Unterstützung der Coloplast GmbH. Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Toluna rund 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren.

Studie Transparenz von Kassenleistungen / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/65649 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH/IMWF GmbH"

Grafik: IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH/IMWF GmbH

97 Prozent der Deutschen, die für eine längere Zeit auf eine medizinische Versorgung angewiesen sind, würden demnach gerne selbst entscheiden, welches Medizinprodukt für ihre Bedürfnisse am besten ist. Vor allem für Menschen mit chronischen Krankheiten ist die Wahlfreiheit ohne Aufzahlung besonders wichtig (72 Prozent). Acht von zehn Befragten (83 Prozent) würden ihre Krankenkasse sofort wechseln, wenn sie bei einer anderen Kasse ohne Zuzahlung frei zwischen erhältlichen Medizinprodukten wählen könnten.

Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) gab außerdem an, schon einmal einen Aufpreis aus eigener Tasche gezahlt zu haben, um ein teureres Medizinprodukt zu erhalten, als dasjenige, das von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen worden wäre.

Eine Erklärung für eine Aufpreiszahlung hat über die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) in der Apotheke oder im Sanitätsfachhandel erhalten. 34 Prozent wurden von ihrem Arzt informiert – allerdings haben 22 Prozent keinerlei Erklärungen für den Grund dieser Zahlung bekommen.

Wie die Preise für Medikamente, Behandlungen und Medizinprodukte grundsätzlich zusammengesetzt werden – das ist für eine ganz überwiegende Mehrheit der Deutschen nicht ersichtlich. Lediglich 17 Prozent der Befragten wissen, dass der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen für diese Preisfestlegung zuständig ist. 15 Prozent gehen davon aus, dass der Gemeinsame Bundesauschuss dafür zuständig ist und neun Prozent sind der Ansicht, dass diese Festlegung in den Zuständigkeitsbereich von Pharma-Firmen fällt. Fast die Hälfte (42 Prozent) der Deutschen hat keinerlei Kenntnis darüber, wer den Höchstpreis für Medikamente bestimmt.

Hintergrundinformationen: Für die Studie „Transparenz von Kassenleistungen“ wurden in einer für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Umfrage 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt. Die Daten sind durch das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung und mit Unterstützung der Coloplast GmbH erhoben worden. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

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