Geldanlage

Tagesgeld: Verbrennen Sie nicht Ihre Ersparnisse

Kein Lebensbereich, den die Pandemie nicht beeinflusst: Auch Anleger müssen derzeit viele Kompromisse machen. Dennoch sollte sich niemand damit abfinden, durchs Sparen Geld zu verlieren und nur auf Festgeld oder Tagesgeld setzen.

Beim Thema Geldanlage sind die meisten Deutschen grundsolide. Das gute alte Sparbuch hat längst noch nicht ausgedient. Und auch wenn viele Wirtschaftswissenschaftler ein Umdenken fordern, fürchten sich viele vor den Risiken des Kapitalmarkts. Das hat gerade wieder eine repräsentative Studie der Frankfurt School of Finance & Management und der Goethe-Universität belegt. Viele Sparer setzten lieber auf die etwas angestaubten, festverzinslichen Anlageformen. Doch auch Fest- und Tagesgeldkonten machen zunehmend Probleme.

Verluste müssen nicht sein

Hohe Renditen jedenfalls lassen sich derzeit weder mit Angeboten für Festgeld noch für Tagesgeld erzielen. Vielfach kann man sich schon glücklich schätzen, wenn man in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen einen Inflationsausgleich hinbekommt. Der Grund: Die Zinsen für Tagesgeld betragen derzeit im Mittel kaum noch messbare 0,1 Prozent, während die Inflation noch immer bei gut einem Prozent liegt. Das bedeutet: Die Teuerung frisst nicht nur die (ohnehin kärglichen) Zinsgewinne auf, sondern schmälert über kurz oder lang auch das Ersparte an sich. Experten raten daher, auf Konten mit Tagesgeld nur den klassischen Notgroschen zu parken, der für unvorhergesehene Ausgaben gedacht ist. Für jenen Teil der Ersparnisse, der nicht tagesaktuell verfügbar sein muss, können sicherheitsbewusste Sparer und Sparerinnen über eine Festgeldanlage nachdenken. Hier lassen sich, je nachdem wie lange der Kunde sich festlegt und für welche Bank er sich entscheidet, durchaus noch Renditen von gut einem Prozent erzielen. Grundsätzlich gilt beim Festgeld: Je länger die Laufzeit ist, desto höher fällt die Rendite aus. Allein deshalb sein Geld für fünf Jahre festzulegen, ist aber keine gute Idee. „Aktuell weiß niemand, wie sich der Zins entwickeln wird“, sagt Max Herbst, Inhaber der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. „Wer sein Geld zu lange anlegt, verpasst womöglich die (irgendwann) anstehende Zinswende – und erleidet so unnötige Verluste.“

Mit Augenmaß agieren

Gegen eine zu lange Laufzeit beim Festgeld spricht aber auch die aktuelle Gesamtsituation. Ärztinnen und Ärzte, die sich keinerlei Sorgen ums Geld machen müssen, brauchen an dieser Stelle nicht weiterzulesen. Wer jedoch nicht ausschließen kann, dass er in absehbarer Zeit doch mal auf sein Erspartes zugreifen muss, sollte eine kürzere Laufzeit wählen, auch wenn er so auf etwas Rendite verzichtet.

Tipp: Bei Festgeldvergleichen kommen die Top-Anbieter fast immer aus dem Ausland. Ihre guten Konditionen werden hier oft mit einer geringeren Einlagensicherung erkauft. Wer sicher sein will, dass die Bank seiner Wahl auch zu den sicheren Anbietern gehört, sollte dafür das Länderranking der Ratingagentur Moody’s ansehen.

Wichtige Unterscheidung
Tagesgeldkonten sind auch in Zeiten extremer Niedrigzinsen sinnvoll, um den Notgroschen dort zu parken. Geld, das nicht tagesaktuell verfügbar sein muss, können sicherheitsbewusste Sparer auf ein Festgeldkonto legen. Die Anlage ist eine Entscheidung für einen überschaubaren Zeitraum und sichert, je nach Anbieter, zumindest einen Inflationsausgleich.
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