Versicherungsrecht

Tarifwechsel in der PKV: Diese Rechte haben Sie

Die Beitragsexplosion in der PKV lässt viele Privatversicherte ratlos zurück. Sie würden den teueren Anbieter gerne verlassen, doch der Weg in die Gesetzliche Krankenversicherung ist ihnen verschlossen. Eine Möglichkeit haben Sie allerdings noch: Alle PKV-Kunden können nach § 204 VVG beim gleichen Versicherer in einen anderen Tarif wechseln.

Seit die Beitragserhöhungen der privaten (und gesetzlichen) Krankenkassen durch die Schlagzeilen gingen, ist das Thema Versicherungswechsel wieder in aller Munde. Viele Privatversicherte würden gerne in die GV zurückkehren, doch das ist nur unter bestimmten Umständen möglich. Alternativ wird ein anderer Privatversicherer gesucht, der billigere Tarife anbietet. Es gibt allerdings noch eine dritte Möglichkeit, nämlich den Tarifwechsel bei der bisherigen Versicherung.

So hat jeder Versicherte hat nach § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) das Recht, in einen anderen Tarif seines Versicherers zu wechseln. Das will die PKV in der Regel nicht, insbesondere, wenn der Versicherte noch in einem alten und meist sehr teueren Tarif steckt. Der Gesetzgeber hat dem Versicherten aber das Recht eingeräumt, einen anderen Tarif zu wählen. Einen anderen Tarif zu wählen, hat den Vorteil, dass der Versicherte seine Altersrückstellungen und erwobene Rechte mitnimmt.

Sollte der neue Tarif im Vergleich zum bisherigen Mehrleistungen enthalten, kann der Versicherer Risikozuschlag und Wartezeiten verlangen. Um das zu vermeiden, kann der Kunde höhere Leistungen auch ausschließen.

Schauen Sie beim Basistarif und Tarifoptimierern genau hin

Erfreut sind die Versicherungsgesellschaften über den Wechselwunsch meist nicht. Häufig wird dem Kunden dann auch der Basistarif der Versicherung emfohlen. Der entspricht den Leistungen der GV und kostet oftmals auch genausoviel. Sie müssen aber keinesfalls den Basistarif wechseln, sondern können im Grunde frei wählen. Eine Gesundheitsprüfung müssen Sie dafür auch nicht über sich ergehen lassen. Sich regelmäßig mit den Tarifen der Versicherung auseinander zu setzen, ist auf jeden Fall empfehlenswert: Experten schätzen, dass so im Optimalfall zwischen 50 und 70 Prozent eingespart werden können. Eine Hürde gibt es allerdings tatsächlich: Der Tarifdschungel ist so undurchsichtig, dass man schon einen langen Atem braucht, um wirklich das Optimum rauszuholen.

Der Versuchung, das einem sogenannten Tarifoptimierer zu überlassen, sollten Sie aber besser widerstehen. Im Internet werben inzwischen viele Tarifwechsel-Berater um Privatpatienten, die Tarif oder Versicherer wechseln wollen. „Bis zu 74 Prozent Beitragsersparnis“, heißt es zum Beispiel in mancher reißerischen Offerte. Was nicht so deutlich kommuniziert wird: Das Honorar bemisst sich an der Beitragsersparnis. Oder anders ausgedrückt: Je weniger der neue Tarif kostet, desto höher ist der Verdienst des Beraters. Aber eine hohe Beitragsersparnis geht auch auf Kosten der Leistungen. Dann bezahlt es der Privatpatient eventuell mit Leistungseinbußen bei späteren Krankheitsfällen.

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