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Felix Medicus: Online-Plattform für bessere Arbeitsbedingungen von Assistenzärzten

von Marzena Sicking

Gründer von Felix Medicus
Die Gründer von Felix Medicus sind selbst Mediziner und kennen die Nöte der Assistenzzeit. Foto: Felix Medicus

Felix Medicus ist eine Initiative, die sich für bessere Arbeitsbedingungen von Assistenzärzten einsetzt. Seit einem Jahr bietet Felix Medicus online auch eine Plattform, die jungen Ärzten dabei hilft, den passenden Arbeitgeber zu finden. Wir haben mit einem der Gründer, Leon Lüneborg, gesprochen.

Herr Lüneborg, Sie gehören zu den Gründern von Felix Medicus. Was genau verbirgt sich hinter dieser Online-Plattform?

Felix Medicus ist eine Karriereplattform für junge Ärzt:innen. Wir begleiten Ärzt:innen vom Studium bis zu ihrem Traumjob. Ganz konkret helfen wir ihnen dabei Arbeitgeber zu finden, die ihnen gute Bedingungen bieten und versorgen sie mit allen notwendigen Informationen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Waren es Ihre eigenen Erfahrungen, die Sie zur Gründung von Felix Medicus inspiriert haben?

Bei uns im Team sind alle selbst Ärzt:innen oder haben Ärzt:innen im engsten Umfeld. Dabei ist uns immer wieder ein offensichtlicher Widerspruch aufgefallen. Einerseits werden Ärzt:innen heute sehr stark gesucht, andererseits sind sehr viele Ärzt:innen gerade zum Start sehr unzufrieden und verlieren die Freude an ihrem Traumberuf.

Auf welche Probleme stoßen junge Ärzte denn typischerweise in der ersten Festanstellung?

Die meisten jungen Ärzt:innen sind unzufrieden mit einer schlechten Einarbeitung, unzureichender Weiterbildung, extremer Arbeitsbelastung. Und das alles in einem wenig wertschätzenden Umfeld. Wir glauben, dass viele dieser Punkte von der Wahl des richtigen Arbeitgebers abhängen.

Und wie kann Ihre Plattform denn konkret dabei helfen, die Probleme zu lösen?

Nach Gesprächen mit hunderten Ärzt:innen wissen wir, dass Bewertungen und Empfehlungen von Mediziner:innen, die vor genau denselben Herausforderungen standen, bei der Entscheidung für den richtigen Arbeitgeber am meisten helfen. Und diese Informationen von anderen Ärzt:innen über die Einarbeitung, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Arbeitsbedingungen bekommen sie über unsere Empfehlungsplattform. Sie können sich also explizit eine passende Klinik heraussuchen und werden von uns noch bei der Bewerbung unterstützt.

Basieren die Angaben zu (angeblich guten) Arbeitsbedingen nur auf den Angaben der Kliniken oder haben Sie ein eigenes Bewertungssystem entwickelt?

Wir haben unser eigenes Bewertungssystem entwickelt, das die Kriterien berücksichtigt, die wirklich relevant für junge Ärzt:innen sind: Einarbeitung, Weiterbildung, Arbeitszeiten und Klima in der Abteilung.

Wie kommt ihr Engagement bei den Arbeitgebern an? Gibt es Klinken, mit denen Sie intensiv zusammenarbeiten?

Grundsätzlich bekommen wir von Kliniken, die selbst erkannt haben, dass man etwas dafür tun muss, um die eigenen Mitarbeiter:innen zufriedenstellen und halten zu können, sehr positive Rückmeldungen. Diese Kliniken, die ein gutes Arbeitsumfeld bieten, sind froh, bei uns auf der Plattform die Möglichkeit zu bekommen, in einem guten Licht dazustehen und erkennen, dass sie über uns leichter bessere Leute bekommen können.

Zudem haben viele Kliniken, die akut auf Personalsuche sind, großes Interesse an unserer Plattform, da diese aufgezeigt, was sie noch besser machen können. Wir beraten auch bereits einige Kliniken, wie sie sich als Arbeitgeber aufstellen müssen, um auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Sie bieten nicht nur den jungen Ärzten Unterstützung an, sondern auch potenziellen Arbeitgebern. Was unterscheidet ihre Plattform von einer Recruitingplattform?

Wir fokussieren uns wirklich auf die Bedürfnisse der Ärzt:innen und haben so eine große Unterstützung der Ärzteschaft. Bei uns bekommen die Arbeitgeber die Möglichkeit, mit den Top-Absolvent:innen in Kontakt zu kommen und sich selbst als attraktiver Arbeitgeber darzustellen.

Die Plattform gibt es seit etwas über einem Jahr – wie hat sich Ihre Arbeit seit dem Startschuss entwickelt?

Wir haben jetzt über ein Jahr lang viel mit Ärzt:innen und Kliniken gesprochen und haben jetzt herausgefunden, was wirklich fehlt in diesem Markt: Transparenz. Durch den Aufbau unserer Bewertungsplattform schaffen wir diese notwendige Transparenz und helfen Kliniken sich im richtigen Licht dazustellen und Ärzt:innen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Angebote der Plattform sind kostenfrei. Wie finanzieren sie sich?

Bei uns zahlen die Kliniken dafür, dass sie Stellenanzeigen schalten können und für die Möglichkeit individualisierte Profile erstellen zu können.

Welche Pläne haben Sie für die kommenden Jahre?

Wir wollen Transparenz ins Gesundheitssystem bringen und so langfristig die Arbeitsbedingungen für alle Ärzt:innen verbessern.

Weitere Informationen finden Interessenten unter https://felixmedicus.de/

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