Hausärzte müssen vergleichsweise wenig investieren

Trend zur Übernahme: Nur 10 Prozent Praxisneugründungen

Eine eigene Niederlassung oder Privatpraxis ist das Ziel vieler Ärzte. Vor allem die Einzelpraxis ist bei Ärzten sehr beliebt. Die selbständige Existenzgründung findet in der Regel durch eine Praxisübernahme statt. Das ist überraschenderweise in punkto Finanzierung nicht die günstigste, sondern die teuerste Variante.

Ärzte, die von einer eigenen Praxis träumen, wagen sich nur in Ausnahmefällen an eine Neugründung. In den meisten Fällen werden bestehende Praxen übernommen. Am Preis kann es nicht liegen, denn für die Finanzierung einer Praxisübernahme müssen Haus- und Fachärzte tiefer in die Tasche greifen als für die Neugründung. Beides ist allerdings ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was Zahnmediziner bezahlen müssen.

Praxisübernahme ist teuerer als Neugründung

Wer sich als Hausarzt selbständig machen will, muss etwas Geld auf der hohen Kante haben: Im Durchschnitt braucht es nach Angaben der apoBank für die Neugründung einer Arztpraxis eine Investition in Höhe von 114.000 Euro. Privat können nur wenige Mediziner diese Summe aufbringen, meist kommen sie am Thema Finanzierung nicht vorbei.

So viel Geld brauchen Ärzte für eine Existenzgründung

Ca. 12.000 Euro entfallen dabei auf die Modernisierung und den Umbau der Räume, der Rest wird für den Kauf der medizinischen Geräte, der Einrichung und sonstige Investitionen (Patientenstamm) benötigt. Dazu kommt in der Regel noch ein sogenannter Betriebsmittelkredit, der dabei hilft, die laufenden Kosten der Praxis in der Startphase zu bedienen. Im Durchschnitt werden dafür 33.000 Euro aufgenommen. Damit beläuft sich das komplette Finanzierungsvolumen für so eine Existenzgründung auf etwa 147.000 Euro.

Wer davon ausgeht, dass eine Neugründung für Ärzte, die sich selbständig machen wollen, besonders attraktiv ist, irrt: Nur zehn Prozent der Niedergelassenen gründen nach Angaben der apoBank eine neue Praxis. 90 Prozent entscheiden sich für eine Praxisübernahme.

Finanzierung der Arztpraxis

Dabei ist die Übernahme einer Arztpraxis mit einem Finanzierungsvolumen von 153.000 Euro sogar deutlich teuerer als die Neugründung. Im Durchschnitt beläuft sich der Übernahmepreis für eine Praxis auf 78.000 Euro. Dazu kommen 7.000 Euro für Modernisierung bzw. Umbau, 33.000 Euro für neue Einrichtung und Geräte plus ein Betriebsmittelkredit von etwa 35.000 Euro. Der Beitritt beziehungsweise die Übernahme einer BAG bewegen sich mit einem Gesamtfinanzierungsvolumen von 134.000 bzw. 155.000 Euro auf ähnlichem Niveau.

Zahnärzte brauchen das Dreifache für die Praxisfinanzierung

Ganz schön viel Geld, vor allem für junge Mediziner. Doch im Vergleich zu dem, was Zahnärzte für eine Praxis hinlegen müssen, noch ein echtes Schnäppchen: Die Neugründung einer zahnärztlichen Einzelpraxis kostet derzeit laut dem neuen InvestMonitor Zahnarztpraxis des IDZ durchschnittlich 484.000 Euro. Die Übernahme einer bestehenden Praxis fällt mit einem Investitionsvolumen von 273.000 Euro deutlich günstiger aus. Dennoch liegt der Finanzierungsbedarf der Zahnmediziner damit deutlich über dem der Hausärzte und auch vieler Fachärzte.

Finanzielle Belastung für Geräte sehr hoch

„Das liegt daran, dass in Zahnarztpraxen eine sehr umfangreiche technische Ausstattung nötig ist, damit Patienten an einer fortschrittlichen Versorgung teilhaben können. Hier ist auch die Politik gefordert, den jungen Kollegen mehr Planungssicherheit zu geben“, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel.  Darauf hoffen aber nicht nur die Zahnmediziner, sondern auch die Haus- und Fachärzte bislang vergeblich.

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