Fast zwölfmal so beliebt wie E-Learning

Trotz höherer Kosten: Ärzte bevorzugen Präsenz-Fortbildung

Auch wenn die Kosten deutlich höher sind: Ärzte besuchen lieber Kongresse und Symposien als sich per E-Learning fortzubilden. Das ergab eine Erhebung der Stiftung Gesundheit.

Präsenz-Veranstaltungen sind bei Medizinern fast zwölfmal so beliebt wie Webinare und Co., wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Ergebnisse überraschen durchaus, schließlich sind Präsenzseminare nicht nur mit zeitlichem, sondern auch mit deutlich höherem finanziellen Aufwand verbunden als die Fortbildung per Internet.

Seit 2017 erhebt die Stiftung Gesundheit bundesweit zu allen niedergelassenen Ärzten auch die Angaben zu Ausbildung, fachlicher Reputation und weiteren Items. Die Kollegen mit den besten Kennzahlen erhalten die FOCUS-Auszeichnung „Empfohlener Arzt in der Region“. Aktuell wurden die 30.000 Ärzte befragt, deren wissenschaftliche Arbeiten die Stiftung in PubMed, dem internationalen Verzeichnis der medizinisch-wissenschaftlichen Publikationen, ermittelt hatte. Ergänzend fragte die Stiftung Gesundheit auch nach den Präferenzen bei der Art der Fortbildung.

1.498 Ärzte gaben an, Kongresse mit dem direkten Austausch unter Kollegen zu bevorzugen. Demgegenüber setzen nur 129 Ärzte auf das Lernen am Bildschirm. In Zeiten der Digitalisierung durchaus eine Überraschung. Zumal Online-Seminare häufig kostenlos sind und einen deutlich geringeren zeitlichen Aufwand erfordern.

Ärzte legen Wert auf den Austausch mit den Kollegen

Eine Erklärung für das Ergebnis haben die Studienleiter dennoch: „Die Ursache dieser deutlichen Vorliebe liegt vermutlich darin, dass Ärzte mit Kollegen zusammen die Güte neuer Informationen einfach besser einschätzen können“, sagt Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. „Das Gespräch mit Fachkollegen bietet offenkundig eine Qualität, die bei aller Digitalisierung die moderne Mediennutzung noch nicht bietet“, so der Gesundheitsökonom am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg.

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