Trotz übertariflicher Bezahlung: In jeder 5. Praxis fehlen MFA

Bei den Gehältern der medizinischen Fachanstellten (MFA) zeigen sich Praxisinhaber durchaus großzügig: Im deutschlandweiten Durchschnitt wird 3% mehr gezahlt, als tarifvertraglich vorgesehen. Doch trotz guter Bezahlung hat jede fünfte Praxis Probleme, geeignetes Fachpersonal zu finden.

Der Großteil der Arztpraxen orientiert sich bei der Bezahlung der MFA an den tariflichen Vereinbarungen, eine überwiegende Mehrheit von 91 Prozent bekommt Gehälter, die über den Vorgaben liegen. Zugleich zeigen sich Praxisinhaber auch in Bezug auf Sonderzahlungen und Kostenübernahme für Fortbildungen ausgesprochen großzügig (mehr dazu lesen Sie hier). Das hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in einer aktuellen Umfrage festgestellt.

Es wurden allerdings nicht nur Fragen zur Vergütungssituation, sondern auch zur Personalsituation und -planung gestellt. Dabei zeigt sich, dass aktuell fast jede fünfte Praxis (19 Prozent) neue Mitarbeiter/innen sucht.

Hierbei versuchen Praxisinhaber auf verschiedenen Wegen neues Personal zu gewinnen. Am häufigsten wurden persönliche Kontakte als Weg der Mitarbeitergewinnung genannt. Aber auch Zeitungs- und Internetinserate werden häufig genutzt. Immerhin die Hälfte der befragten Praxisinhaber gab außerdem an, die Angebote der Arbeitsagentur zur Stellenbesetzung zu beanspruchen. Die Praxishomepage, das Anbieten von Praktikumsstellen oder die Dienste von Leih- oder Zeitarbeitsfirmen werden hingegen nur selten genutzt.

Die Erfahrungen der Praxisinhaber sind ernüchternd: So gab fast die Hälfte der Befragten an, dass es Bewerbern häufig an den notwendigen Qualifikationen mangelt. Ein Viertel der Praxen erhielt erst gar keine Bewerbung. Weitere Probleme waren (bei jeweils mehr als 20 Prozent), dass die Gehaltsforderungen oder die Vorstellungen zur Arbeitszeit nicht zusammenpassten. Nur ein Viertel erklärte, keine Probleme bei der Suche nach geeignetem Personal zu haben.

Abgefragt wurde auch, in welchem Bereich die neuen Mitarbeiter besondere Qualifikationen haben sollten bzw. in welchen Bereichen Ärzte gerne mehr Tätigkeiten delegieren würden, das aber mangels geeignetem Personal bisher nicht können. Besonders groß ist der Bedarf demnach im Bereich Organisation/Administration. Hier würden sich fast 70 Prozent mehr Unterstützung wünschen. Auch bei medizinischen Kompetenzen und dem Thema Datenschutz suchen Praxisinhaber oft vergeblich nach passenden Mitarbeitern.

Laut Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried muss die Entwicklung weiterhin genau beobachtet werden: „Dies könnte insgesamt ein erstes Anzeichen für einen Fachkräftemangel sein“.

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