Kreditsicherheiten

Praxiskredit nur gegen Sicherheiten

Die Banken wollen unser Bestes. Unser Geld. Also verlangen sie für Kredit oft auch mehr Sicherheiten, als uns lieb ist und vertretbar erscheint. Das mus aber nicht zwingend falsch sein.

Praxiskredit bekommt man nicht für rehbraune Augen, sondern – knallhart – nur gegen Sicherheiten. Das sind eine

  • Abtretung der Honorarforderungen,
  • Abtretung von Policen zur Absicherung des Todesfallrisikos,
  • Sicherungsübereignung der Praxiseinrichtung oder eine
  • Bürgschaft des Ehegatten.

Allen Sicherstellungen gemein: Sie schränken die Verfügungsmöglichkeiten des Kreditnehmers ein, erhöhen seine Abhängigkeit von der Bank und führen – übertrieben umgesetzt – zu Überbesicherung. Was die Überbesicherung des Kreditinstitutes angeht, stelle man sich mal folgenden Fall vor: Eine Praxis muss zwei Jahre nach Eröffnung aufgeben. Dann bleibt von den abgetretenen Honorarforderungen nicht viel, denn die Bezahlung des Personals hat bei Pfändung Vorrang. Abgetretene LV-Policen haben dann auch noch kein nennenswertes Guthaben. Also ist die Sicherungsübereignung der Praxiseinrichtung die einzige Sicherheit, aus der ein größerer Teil der Kreditsumme zurückgeführt werden kann. Aber auch nur ein Teil! Nach zwei Jahren liegt der Veräußerungswert wenigstens 40 bis 50 Prozent unter dem Anschaffungswert.

Viele Banken verpflichten Praxisinhaber und Ehepartner gemeinsam als Gesamtschuldner. Der Kredit wird dann den Eheleuten gesamtschuldnerisch zur Verfügung gestellt. Sinn kann aber auch machen, mit dem Ehepartner „nur“ eine Bürgschaft zu vereinbaren. Diese ist speziell bei einer Ehescheidung bedeutsam. Immer wieder kommt nämlich vor, dass die Schulden beim Praxisinhaber bleiben und das Vermögen – bewusst oder unbewusst – beim Ehepartner aufgebaut wird. Der Vermögens- und Versorgungsausgleich im Zuge einer Scheidung führt die Praxis dann oft in einen Liquiditätskollaps.

Gleichzeitig verlangen Bürgschaftsgeber auf Rat ihrer Scheidungsanwälte oft schon vor der Scheidung die Herausgabe der Bürgschaft. Diesem Verlangen kommen Kreditinstitute meist aber erst nach, wenn zum Vorteil des Kreditnehmers für die Praxis tragbare Regelungen getroffen wurden. Eine Bürgschaft kann also ausgleichend gegenüber extremen Ansprüchen und damit auch existenzsichernd und praxiserhaltend wirken.

 A&W-STICHWORT

Die Bürgschaft …
… ist ein einseitig verpflichtender Vertrag, durch den sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger (etwa einem Kreditinstitut) verpflichtet, für die Erfüllung einer Verbindlichkeit des Kreditnehmers einzustehen (§ 765 ff. BGB). Eine Bürgschaft kann auch für eine künftige oder bedingte Verbindlichkeit übernommen werden. Bei der Bürgschaft handelt es sich um eine Personalsicherheit, mit der ein Begünstigter einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den Bürgen erhält.

FeedbackSenden
Anzeige

KoCoBox MED+: Das Tor zu einer neuen Welt

Der Konnektor sorgt dafür, dass AIS, KIS, ZIS u.v.m. beim Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sicher in die zentrale Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens eingebunden sind. Als e... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Anlageberatung

Schlechte Noten für die Banken


Existenzsicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung – unverzichtbar für jeden Arzt


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Online-Verdienstrechner

Online-Verdienstrechner für Niedergelassene


Anzeige
Drucken