Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Institut für Vermögensverwaltung an der Hochschule Aschaffenburg

„Unabhängige Finanzprofis sind für Anleger oft ein Gewinn“

Prof. Dr. Hartwig Webersinke leitet das Institut für Vermögensverwaltung an der Hochschule Aschaffenburg. Wer sich an die Ergebnisse seiner Forschung hält, die er uns im folgenden Interview verrät, hat gute Chancen auf höhere Renditen.

Herr Professor Dr. Webersinke, Sie leiten das Institut für Vermögensverwaltung an der Hochschule Aschaffenburg. Was ist die zentrale Erkenntnis Ihrer Forschung?

Hartwig Webersinke: Wer sich einem unabhängigen Vermögensverwalter anvertraut, hat bei identischem Risiko eine realistische Chance auf höhere Renditen als ein Privatanleger oder ein Kunde, der sich an eine vertriebsgetriebene Institution wendet.

Können Sie konkrete Zahlen nennen?

Unsere jährliche Befragung, an der 2017 über 140 Vermögensverwaltungen teilnahmen, zeigte: Diese Häuser erzielten im Vorjahr im Mittel eine Rendite zwischen 5 und 6 % für die Kundenportfolios. Nach Abzug aller Kosten blieb den Kunden eine Rendite von bis zu 5 % – für das sehr stark schwankende Jahr 2016 durchaus respektabel.

Welche Gründe gibt es für die strukturelle Chance auf höhere Renditen?

Zum einen sind unabhängige Vermögensverwalter hoch qualifiziert. Viele waren zuvor in verantwortlichen Positionen in Banken tätig, haben aber irgendwann keinen Sinn mehr darin gesehen, Produkte zu verkaufen, die vor allem ihrem Haus viel bringen. Als Vermögensverwalter, die durch die Aufsichtsbehörde BaFin anerkannt sind, können sie nun sehr individuell auf die Situation und Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und das passende Portfolio zusammenstellen. Das ist ethisch und professionell oft befriedigender als ein De-facto-Verkäufer-Dasein.

Wie sieht es mit der Vergütung für den Vermögensverwalter aus?

Vermögensverwalter erhalten für ihre Dienstleistung in der Regel eine jährliche Vergütung von 0,5 bis 1,5 % des Depotwerts und evtl. ein Erfolgshonorar, wenn gewisse Renditeschwellen übertroffen wurden. Je höher der Depotwert ist, desto geringer fällt die prozentuale Vergütung aus. Im Gegenzug wird den Kunden meist jede Provision oder Vergütung von Dritten erstattet.

Ab welchem Volumen kann man Kunde werden? Wie findet man einen Vermögensverwalter?

Anders als die meisten glauben, arbeiten Vermögensverwalter nicht nur für gut Betuchte, sondern auch für den Mittelstand. Viele Häuser bieten ihre Dienstleistungen ab einem Volumen von 50.000 Euro an, oft verbunden mit einem fondsbasierten Konzept. Eine gute Adresse für die Suche ist der Verband der unabhängigen Vermögensverwalter (www.vuv.com).

Anzeige

TI-Rollout im Plan – trotz Bedenken einiger Ärzte

Eine positive Bilanz zieht CompuGroup Medical (CGM) beim Rollout der Telematikinfrastruktur (TI): Mehr als 40.000 Praxen haben bereits ihr TI-Paket bestellt und die KoCoBox MED+ arbeitet mit jeder Pra... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Nicht blind zugreifen

Was bei der Finanzberatung zu beachten ist


Medikamente gegen seltene Krankheiten im Fokus

Pharma: Mehr Wachstum bei verschreibungspflichtigen Medikamenten erwartet


Deutlicher Anstieg der Investitionen im Gesundheitssektor

Run auf börsennotierte Healthcare-Unternehmen


Zusammenhang von Redite und Risiko unbekannt

Studie: Große Wissenslücken zum Thema Finanzen


Hype um virtuelle Münzen

Bitcoin: Eine Währung für Zocker und Systemkritiker?


Anzeige