Eigenkapital ist wichtig

Und wie steht’s um Ihre Bonität?

Die Finanzkrise machte Banken vorsichtiger, wenn es um neue Kredite geht. Genau prüfen sie jetzt die Bonität ihrer Kunden – Eigenkapital spielt dabei eine wichtige Rolle.

Eigenkapital hat eine wesentliche und willkommene Eigenschaft: Es steht dem Unternehmen zur Verfügung, ohne dass es eine damit verbundene Verpflichtung zur Rückzahlung gäbe. Damit unterscheidet es sich wesentlich vom Fremdkapital, das in der Regel ja als Bankkredit von einem Geldinstitut bereitgestellt wird. Entsprechend erhöht ein größerer Anteil an Eigenkapital die Stabilität und Unabhängigkeit jedes Unternehmens.

Je weniger Gläubiger ein Unternehmen hat, desto sicherer kann es seinen Geschäften nachgehen. Verfügt es über eine gute Eigenkapitalbasis, steigt auch seine Kreditwürdigkeit: Zusätzliches Fremdkapital lässt sich leichter aufnehmen, was gerade bei Anschlussfinanzierungen wichtig wird. Ein weiterer Aspekt: Belasten weniger Zins- und Tilgungszahlungen ein Unternehmen, fällt es ihm leichter, mögliche Verluste in der Zukunft aufzufangen.

Vor diesem Hintergrund ist die Kennziffer „Eigenkapitalquote“ gerade auch für Praxisinhaber zu verstehen: Sie gibt an, welchen prozentualen Anteil das eingesetzte Eigenkapital am Gesamtkapital einer Praxis hat, das sich wiederum aus Eigen- und Fremdkapital zusammensetzt: Eigenkapitalquote = Eigenkapital ./. Gesamtkapital x 100. Hinter dem Begriff „Eigenkapitalquote“ verbirgt sich also eine Kennziffer, die neben anderen Daten darüber Auskunft gibt, wie es um die finanzielle Gesundheit einer Praxis steht.

In der Regel sieht es so aus, dass die Eigenkapitalquote ein „zentraler Indikator für die Bonität einer Praxis“ ist, bestätigte etwa ein Vertreter der KfW-Bankengruppe Arzt & Wirtschaft Anfang dieses Jahres beim damals ersten A&W-Tischgespräch zum Thema Kreditklemme. Die KfW-Bankengruppe hatte zuletzt in einer Studie untersucht, wie sich die Eigenkapitalausstattung kleiner und mittlerer Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelte.

Das Ergebnis: In allen Unternehmensgrößenklassen stieg die Eigenkapitalquote seit 2002 deutlich. Im Einzelnen heißt das: Die durchschnittliche Eigenkapitalquote lag im Mittelstand 2002 bei 18,7 Prozent und ist inzwischen auf rund 25 Prozent gestiegen. Je größer das Unternehmen, desto besser in der Regel auch seine Ausstattung mit Eigenkapital.

Passend zu diesem positiven Trend ist die rückläufige Zahl der Unternehmen, die über weniger als zehn Prozent Eigenkapital verfügen: Im Schnitt waren das 2002 38,6 Prozent und sind das inzwischen nur noch rund 31 Prozent. Damit stieg die Eigenkapitalquote besonders in solchen Unternehmen, bei denen aufgrund ihrer bislang niedrigen Eigenkapitalausstattung auch der größte Handlungsbedarf zu erwarten war, in den Arztpraxen etwa.

Eine Entwicklung, die insgesamt zeigt, dass auch die Arztpraxen inzwischen die Herausforderungen des Wandels an den Finanzmärkten annehmen und beginnen, sich an die neuen Spielregeln anzupassen. Eine Reaktion auf die neue Ratingkultur, wie sie die Banken inzwischen eingeführt haben.

Faustregel

Je größer der Anteil des Eigenkapitals in einem Unternehmen, desto zukunftsfähiger ist es, weil hierdurch zum Beispiel der Zugang zu Krediten leichter fällt. Inzwischen bemühen sich alle Unternehmen um einen Ausbau ihrer Eigenkapitalpositionen, da diese besonders für die neue „Ratingkultur“ der Kreditinstitute bedeutsam sind.

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